Mutter aller Torjubel! Ich war so am Ende, dass ich mich nach kaum Schlaf in der letzten Nacht erst mal zwei Stunden hinlegen musste, jetzt gehe ich zur Balkan-Beats-Party.

“Der Fußballgott hat eine Tochter” gefällt mir, wenn sie das als Slogan nehmen*, bin ich zufrieden, auch wenn der Fußballgott eine Tochter hat, die nicht von allen Seiten schön anzusehen ist.

* bin aber sicher, dass sie das nicht machen werden.

Da abonniert man hübsch beide Serien der SZ-Bibliothek, weil man es gerne bunt und ordentlich mag, weil man günstige Bücher, welche von fachkundigem Personal extra für mich ausgewählt wurden, zu schätzen weiß. Und jeden Samstag, zur Zeit als die ersten 50 Bände erschienen, schnitt man ganz sorgfältig die rechte Spalte der ersten Seite des Feuilletons aus und biss sich vor lauter Konzentration fast die Zunge ab, faltete den Streifen, auf dem der jeweils aktuelle Band vorgestellt wurde und legte ihn für den Rest aller Zeit* in das jeweils zugehörige Buch. Man ärgerte sich bis heute, dass man es zweimal versäumte. Zur Zeit der zweiten Serie, so jetzt so, war man schon längst nicht mehr Abonnent der Druckausgabe der SZ und man nötigte eine traditionalistische Freundin, ob sie nicht vielleicht eventuell einem den Gefallen tun könnte, nur wenn es wirklich nichts ausmachte, die Kolumnen für einen zu sammeln, damit diese auch ihren angedachten Platz finden könnten. Irgendwann zur Mitte des Serienlaufs hin teilte man mit, dass es wirklich nicht mehr sein müsste, es fühlte sich auch gemogelt an nicht selbst ausgeschnittenes einzulegen. So starb das ehrgeizige Projekt vorzeitig. Und heute? Heute bekomme ich ein regenbogenbuntes Buch, in dem alle diese Kurzkritiken versammelt sind, neu gesetzt, der Buchblock ist gerade ausgeschnitten, nirgendwo Kaffeeränder und das ganze professionell zwischen zwei Buchdeckeln geklebt. Kann man sich ins Regal stellen. Schön schön. Hätte ich mir das alles sparen können. Oder hätte ich mir das denken müssen?

* “Rest aller Zeit” ist als die Zeit zu verstehen, die bis zum nächsten Wohnungsbrand oder zur Nachlassentrümpelung vergeht.

Bei der Arbeit. Ich lasse nur ungern meinen Kamillentee länger oder kürzer ziehen, als die Experten von Messmer mir das empfehlen, die werden schon wissen wie das geht. Das Telefon macht Musik und ist an der Anlage angeschlossen, ich kann zwar über Bluetooth die Musik steuern und telefonieren, aber ich kann nicht den Timer blind einschalten (könnte ich versuchen, sowas geht aber immer schief). Was mache ich jetzt? Aufstehen, hingehen und manuell einstellen kommt überhaupt nicht in Frage. Ich mache es so: Ich gebe einen Termin im Google-Kalender über mein lokales Frontend ein und die schicken mir eine SMS wenn der Tee fertig ist. Tada! Ich hatte irgendwann mal ein “egg-timer”-Plugin für Firefox, aber nicht mehr, und so ist es doch auch viel dekadenter. Da die meisten meiner Termine in meinem Kalender von ähnlicher Brisanz und Vertraulichkeit sind, habe ich auch keine Angst davor, alle US-Behörden an meinen Terminen teilhaben zu lassen, denn ich bin natürlich auch paranoidst und absolut sicher, dass die mittlerweile restlos alles überwachen … nur mir ist es egal, weshalb ich keine Geheimnisse mehr vor Google habe. Zu süß sind die Möglichkeiten. Nur zu, Kinder, lest alle meine Mails und kommt um vor Langeweile.

Das kann schneien wie es will, ich werde bestimmt nicht am 25. März Schneeschaufeln gehen.

Wenn man sich von Google gescannte Bücher anschaut, steht zu Beginn jedes PDF-Files eine recht menschheitsumarmende Einleitung, in der unter anderem dies steht:

Marks, notations and other marginalia present in the original volume will appear in this file – a reminder of this book’s long journey from the publisher to a library and finally to you.

Und leider steht da nicht, dass das kein Dienst an der Menschheit ist Bibliotheksbücher mit seinen neunmalklugeln Anmerkungen zu versehen und die Hälfte des Textes mit Kuli zu unterstreichen. Früher, als nur die Top 100 der Menschen Zugang zu den Büchern in den Bibliotheken der Ivy League hatten, konnte man vielleicht noch von geistreichen Marginalien ausgehen, heute nicht.

Da ich nicht restlos überzegt bin, dass man überhaupt einen “Geschäftsführer Sport” braucht, glaube ich, dass so ein sympathischer junger Berufsanfänger wie Detlev Dammeier, der zudem schon auf der Gehaltsliste stand, der richtige Mann für diesen Job ist, dessen Hauptaufgabenfeld darin zu bestehen scheint in den Halbzeitpausen bei Premiere inhaltsleere Interviews zu geben.

Ich finde die Forderung nach einer Pflichtabgabe für Filmkopien in der heutigen Zeit ein klein wenig absurd. Wenn es so etwas vor 80, 90 Jahren schon gegeben hätte, dann wären ohne Frage einige Filmkunstwerke mehr erhalten geblieben, doch damals war Kino in den Köpfen der kulturellen Entscheidungsträger ja nur Zirkus. Heute muss man sich, wo jedes italienische B-Movie auf absehbare Zeit irgendwo in HD als Blu-Ray-Disc erscheinen wird, keine großen Sorgen um die Archivierung neuer Filme machen, denn es kann ja keine Pflichtabgabe für Kopien alter Filme geben. Außerdem scheint mir die von den Archivaren geforderte Abgabe als “Filmkopie” seltsam anachronistisch, bei einer digitalen Kopie in 4K wäre gegenüber einer 35mm-Kopie kein Verlust zu erkennen und die Archivierung und Doppel- und Dreifacharchivierung exponentiell billiger und der Zugriff (wer soll da überhaupt drauf zugreifen dürfen?) einfacher. Wem würde eine riesige, klimatisierte und feuersichere Lagerhalle voller letztlich irgendwann doch verrottender Filmrollen, die unbenutzt bleiben, dienen? Also wenn so ein Archiv, heute in jedem Fall digital.

Ist ja nicht schlimm. Das ist es ja, was ich möchte. Aber mir sind technische Geräte suspekt, die sich auf wundersame Weise über Nacht selbst heilen. Gestern Abend hat der Scanner dies hier gemacht:
kaputt.jpg
Fand’ ich äußerst beunruhigend, aber wiederum auch nicht, das Ding ist nicht mal ein Jahr alt, aber zumindest nervig ist sowas ja, dauern solche Reparaturen immer drei bis vier mal solange, wie es erträglich wäre. Also Kaufbeleg raussuchen. Der Kaufbeleg ist nicht da, nicht da wo alle anderen Kaufbelege abgeheftet sind, und auch nicht da, wo die meisten Kaufbelege von Dingen mit Garantie sind (im Ordner ../Eigene Dateien/Verträge + Rechnungen). Suchen half auch nichts. Kein Kaufbeleg nirgends. Vertrauen auf Hewlett-Packards Kulanz, aber dennoch eine Bettelmail an den Saturnmarkt geschrieben, ob sie nicht mal nach der Seriennummer suchen können, die steht ja auch gerne mal auf den Kaufbelegen, die bisher unbeantwortet blieb. Erinnerungen tauchten auf, dass ich für das Teil nur einen Kassenbon bekommen habe, der ewig in meinem Portmonnaie lag, Erinnerungen daran, mal erwähnt zu haben, dass ich diesen Bon ja noch abheften müsse. Aber umgesetzt habe ich den Plan wohl nicht. Mit Ärger über selbst ins Bett. Heute morgen scannt der Scanner wieder, als ob nichts war. Das nehme ich persönlich. Mein Vertrauen hat er verspielt.

[Edit: Der liebe Saturn hat mich am nächsten Tag angerufen und gesagt, dass das kein Problem wäre, ich sollte das Gerät einfach vorbeibringen. Wollte ich aber nicht, man gerät zu leicht in Erklärungsnot, wenn man störungsfreie Geräte zur Reparatur bringt.]

Immerhin können am Sonntag in Bielefeld neben Diego (Sperre abgelaufen) vielleicht auch Borowski und Klasnic wieder mitwirken. Und auch Frings robbt sich langsam heran.



Komisch. Die SZ ist ja gar nicht pro-Armina. Wie langsam robbt Frings denn? Und “vielleicht” klingt nicht ganz schlecht. Ich bin auch zuversichtlich, dass Diego seinen momentanen Lauf fortsetzt und noch vor Wochenfrist einen Supermarkt überfällt und dann abgeschoben wird, der Schlingel. Bin ich schuld und habe Diego verhext, weil ich ihn im Winter in mein Kiggerteam genommen habe?




Der ist wie sein unausstehlicher Bruder in superdoof, aber vielleicht passt das zu uns.

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