Bei fast keinem Feed freue ich mich mehr, wenn es neuen Inhalt gibt, als bei xkcd.com, und den gibt es jeden Montag, Mittwoch und jeden Freitag without fail. Der Junge, Randall Munroe, ist so hellwach, geeky, süß und lustig, dass ich hoffe er wird damit reich und hört nie auf.


Ich kenne Leute, denen ich obige Praktik mal als Maßnahme empfehle, um das Feuer nicht ausgehen zu lassen.

Das hier gefällt mir sehr. Jugendfotos, oder generell alte Fotos, mit dem selben Personal viele Jahre später nachstellen. Ich bin viele alte Fotos im Kopf durchgegangen. Was Schweißausbrüche verursachte, denn alte Familienfotos wollte ich schon seit Jahren digitalisieren und komme nicht dazu/habe keine Lust, aber wenn es einmal bei wem, mir geht das wenigstens so, gebrannt hat, rechnet man regelmäßig damit, dass es wieder passieren könnte, weshalb ich sogar die Sicherungen rausnehme, wenn ich aus dem Haus gehe, und dann wäre es zu spät. Ich möchte aber, weiß jedoch nicht, ob ich den Rest meiner Familie leicht davon überzeugen kann, Fotos nachstellen, in denen auch nicht mehr unter uns weilende Personen, vor allem mein Vater, zu sehen sind. Zu diesem Zweck muss man nur in die Biologie oder Sachkunde einer x-beliebigen Schule einbrechen und eins dieser Skelette mitnehmen, die immer eine Kippe oder ein Stück Kreide im Mund haben und dann geht’s ans Nachstellen und bald ist das melancholisch-lustige Memento Mori fertig.

Keine Ahnung, ob das da schon länger hängt, aber aufgefallen ist es mir erst heute Morgen, an dem Haus, in welchem unten früher die Orangerie und der Pflaumenbaum war. Was gibt es für beknackte Werbeagenturen, und für wie blöd halten die ihre Kunden?

Goatse in Bielefeld

Obwohl damit zu rechnen war, dass man Matze Hains Vertrag nicht zu seinen geforderten Bedingungen verlängern würde, bedrückt mich die Entscheidung doch schon ganz schön. Auch wenn ich gerne über Hain meckere, wie erwähnt froh bin, dass er nicht mehr die Nummer eins ist, so war er doch der dufteste aller duften Typen, die wir in der jüngeren Vereinsgeschichte hier hatten. Unfassbar sympathisch, unpathetisch aber nicht im geringsten leidenschaftslos, ein Freund der Realität und dazu noch lustig. Natürlich bisweilen verbissen und voller Ehrgeiz, aber sonst wirst du auch nicht Torwart in einem Proficlub.
Irgendeine gehobene, öffentliche Position muss sich doch früher oder später für ihn finden lassen. Das würde Arminia sehr gut tun. Am liebsten wäre es mir, er würde den sozialdemokratischen Herforder Sparkassendirektor ablösen, so kompliziert kann das bißchen Zahlengeschiebe auch nicht sein. Andererseits schätze ich Hain auch so ein, dass er eher keine große Lust auf den Zirkus hat und stattdessen in Schlangen einer geregelten Arbeit nachgehen möchte, um seine Ruhe zu haben und vielleicht in seiner Freizeit die lokale A-Jugend zu betreuen.

Vielen Dank für alles, Matze, und alles Gute!

Es wird berichtet, dass unser abschlußschwacher Monarch in den vorläufigen EM-Kader Polens berufen wurde. Wenn ich das vollständig überblicke, ist das eigentlich alles, was Wichniarek wollte. Ich habe diesen verbissenen Wunsch auch als Grund für seine bald schon bestrafungswürdige Eigensinnigkeit, seine bemitleidenswerte Verkrampfung vorm Tor und die peinliche Fallsucht gesehen. Dann kannst du ja heute Abend mit all dem aufhören, lieber König, und uns den Sieg schenken. Oder?

Dass in Deutschland im Grunde alle Fernsehformate, außer “Wetten dass…???” und vermutlich “Vier gegen Willi”, Kopien ausländischer Vorlagen sind, ist ja keine besonderes neue Erkenntnis, und dass sie, bis auf “Ein Herz und eine Seele”, alle schlecht sind, auch nicht, aber die Verzögerung mit welcher die entspannteste Veranstaltung der Fernsehgeschichte, John Luries Fishing with John, jetzt im deutschen Fernsehen kopiert wird, ist enorm. Schlappe 17 Jahre. Idiotischer deutscher Titel inklusive. Ein Fisch für 2.

John Luries Gäste waren u.a. Jim Jarmusch, Tom Waits und Willem Dafoe. Der Schweizer Frank Baumann, nicht der von Werder, wird u.a. DJ Bobo, Marcel Reif, Wolfgang Niedecken und Jörg Kachelmann begrüßen. Ehrlich, 3sat, muss das sein?

[Edit: Ich habe mir jetzt mal ein paar Kritiken angesehen, und allen gefällt es, sogar richtig gut und sie loben die einmalige Idee. Ich habe es ja noch nicht gesehen, werde es vermutlich auch nicht sehen, aber mich würde es wirklich wundern, wenn sich in den 3 Stunden, die bisher produziert wurden, insgesamt 10 Minuten finden lassen, die so schön sind, wie die ersten 10 Minuten der ersten Folge von Fishing with John.]

Wir brauchen mehr Punkte. Aber davon abgesehen, bin ich sofort und unbedingt dafür unsere althergebrachte Art zweistellige Zahlen auszusprechen auf den Müllhaufen der Sprachgeschichte zu werfen. Es ist zwar immer sehr aufregend, wenn nach einem Preis gefragt der Befragte langsam beginnt die “Neun” zu sprechen, direkt das “und” anschließt, um dann erstmal einen Interrupt zu zelebrieren, da hält man es vor Spannung nicht mehr aus und schreit innerlich: “Neunund weiß ich ja, ist ja immer Neunundirgendwas, aber Neunundwas? Neunundwasdennnun?” Am Ende der Auskunft ist man enttäuscht, da es mindestens ein Zehner zuviel war. Kann nicht passieren, wenn die Zehnerstelle gleich ehrlich auf den Tisch gelegt wird.
Und Menschen, die wenig deutsch sprechen, haben erfahrungsgemäß auch immer wieder große Schwierigkeiten und verstehen erst was gemeint ist, nachdem man Ihnen die Zahl aufgeschrieben hat.

Was die Leute hellhörig machen könnte ist, dass Mathematiker Lothar Gerritzen heute im Interview in der Süddeutschen die jährlichen wirtschaftlichen Verluste durch Zahlendreher auf “mehrere hundert Millionen Euro” schätzt. Dooferweise gibt es dazu keine Untersuchungen. Ich, aus der Fußballschule des Lebens plaudernd, glaube dagegen, dass sich das im Laufe einer Saison schon wieder ausgleicht, und schätze die jährlichen wirtschaftlichen Verluste auf exakt Null. Bin aber trotzdem dafür. Warum sie allerdings das schöne Wort “und” nicht mehr in den zweistelligen Zahlen haben möchten erschließt sich mir nicht. So klingt es viel zu technisch. Viel zu ungewohnt. Die Teeniezahlen sollten außerdem bleiben wie sie sind, finde ich.
Ein Buch haben die Reformwoller auch geschrieben. Aber wer liest einhundertfünfzigundsechs Seiten zu diesem Problem?

“Fünfzigvier, Siebzigvier, Neunzig, Zweitausendsechs” klingt aber komisch und “Mit Sechzigsechs Jahren” auch.

Michael Frontzeck! Nicht nur, dass du intelligent wirkst und auch noch so aussiehst, du triffst sogar richtige, lange überfällige Entscheidungen. Mathias Hain darf weiterhin gerne Klassensprecher bleiben und im Bus vorne sitzen. Ist mir ganz egal. Aber als erster Mann im Tor gefällt er mir schon lange nicht mehr. Und damit ist mit Datum heute wohl auch endgültig Schluss. Danke lieber Michael. Jetzt gehe ich auch gerne mit Dir, wenn es sich denn überhaupt nicht vermeiden lässt, in die Zweite.

Und sie haben auch gesagt, wie ich mich belohnen soll: Mit einem Blogeintrag darüber, dass ich auf WordPress 2.5 aktualisiert habe. Ich fühle es schon. Das tiefe Glücksempfinden naht. Ist fast da. Vielleicht folgt später noch ein Eintrag über meine Erfahrungen und meine Warnung ob des Suchtpotentials von solch übertriebenen Selbstbelohnungen.
Realistisch betrachtet ahne ich aber, dass der Ausschlag auf der Skala, die mein Glücksempfinden beschreibt, sie reicht momentan von “Klassenerhalt” bis “Atomkrieg”, nicht messbar sein wird und die Nadel auf “halbwegs enttäuscht” verharrt.

Nein. Vielen lieben Dank an alle bei WordPress, dafür dass das allererste Upgrade funktioniert hat. Warum ich nicht schon früher mal aktualisiert habe? Weil ich so furchtlos bin. Furchtlos faul. Ist ja auch schiefgegangen. Injektionen mochte ich beim Arzt schon nicht, und ich mag sie auch in meinem WordPress nicht.

Archivtexte wurden automatisch digitalisiert und können Fehler enthalten.



Steht über Artikeln im ZEIT-Archiv von vor 1994. Dass DIE ZEIT viel mehr super ist als du und ich wusste ich schon, aber dass in ihren Texten, bevor sie von dämlichen Computern gelesen werden, nicht mal möglicherweise Fehler enthalten sein können ist mal gnaz gut. So will ich das verstehen und verstehe es deshalb so und nicht anders. Macht mich schon ein wenig eifersüchtig, meine Rechtschreibung und vor allem der Umgang mit Kommas ist ja teh suck.

« Vorherige SeiteNächste Seite »