Monsterfirmen


Obwohl damit zu rechnen war, dass man Matze Hains Vertrag nicht zu seinen geforderten Bedingungen verlängern würde, bedrückt mich die Entscheidung doch schon ganz schön. Auch wenn ich gerne über Hain meckere, wie erwähnt froh bin, dass er nicht mehr die Nummer eins ist, so war er doch der dufteste aller duften Typen, die wir in der jüngeren Vereinsgeschichte hier hatten. Unfassbar sympathisch, unpathetisch aber nicht im geringsten leidenschaftslos, ein Freund der Realität und dazu noch lustig. Natürlich bisweilen verbissen und voller Ehrgeiz, aber sonst wirst du auch nicht Torwart in einem Proficlub.
Irgendeine gehobene, öffentliche Position muss sich doch früher oder später für ihn finden lassen. Das würde Arminia sehr gut tun. Am liebsten wäre es mir, er würde den sozialdemokratischen Herforder Sparkassendirektor ablösen, so kompliziert kann das bißchen Zahlengeschiebe auch nicht sein. Andererseits schätze ich Hain auch so ein, dass er eher keine große Lust auf den Zirkus hat und stattdessen in Schlangen einer geregelten Arbeit nachgehen möchte, um seine Ruhe zu haben und vielleicht in seiner Freizeit die lokale A-Jugend zu betreuen.

Vielen Dank für alles, Matze, und alles Gute!

Es wird berichtet, dass unser abschlußschwacher Monarch in den vorläufigen EM-Kader Polens berufen wurde. Wenn ich das vollständig überblicke, ist das eigentlich alles, was Wichniarek wollte. Ich habe diesen verbissenen Wunsch auch als Grund für seine bald schon bestrafungswürdige Eigensinnigkeit, seine bemitleidenswerte Verkrampfung vorm Tor und die peinliche Fallsucht gesehen. Dann kannst du ja heute Abend mit all dem aufhören, lieber König, und uns den Sieg schenken. Oder?

Der diesjährige Super Bowl findet im University of Phoenix Stadium statt. Das habe ich mir mal bei Wikipedia angeschaut. Schickes Ding. Und teuer. 455 Millionen Dollar. Da habe ich gedacht, dass das mit meiner Vorstellung einer Universität nichts zu tun hat, wenn eine Hochschule für soviel Geld ein Stadion baut. Haben die aber gar nicht, die haben nicht mal Collegemannschaften, die sind tatsächlich nur kommerzieller Namenssponsor, diese Schule ist eine for-profit Schule, die mittelprächtige Erwachsenenbildung treibt. Anhand dieser Sponsoringtätigkeit meine ich zu erkennen, dass die zuviel Gewinn machen, denn die Gründe für Stadionsponsoring sind hierzulande entweder lokale Nettigkeit (wir hier, weil dringend nötig) oder fragwürdige Repräsentationsmaßnahmen irgendwelcher irrer Marketingchefs einer Versicherung, einer Bank oder eines Energiekonzerns, die auch alle zuviel Geld haben … oder hatten.

Auf consumerist ist eine Geschichte, in welcher einer Familie für ein Jahr der Breitbandinternetanschluß gesperrt wird, da sie ein zu großes Datenvolumen verbraucht hatte, man bietet ihnen lediglich eine Alternative zum Preis von 1000,- USD pro Monat. Das größte Problem ist, dass die Familie auf diesen einen Anbieter angewiesen ist, denn es gibt dort, wo sie leben, keine Alternative. Die Gesprächsprotokolle mit den unglaublich süffisanten und großkotzigen Mitarbeitern der Firma sind fast nicht zu glauben. Langjährige Kunden werden gnadenlos und ohne jegliche Bewährungsmöglichkeit kalt abgeschoben, man hat den Eindruck, die machen das gerne.

Hier ist das Ding.