Fußball


Nachdem der Wettbewerb für den neuen Vereinsschriftzug dem Anschein nach ausschließlich in den Kindergärten der Region ausgeschrieben wurde, dürfen sich jetzt ALLE einen Slogan für Arminia ausdenken und hierhin schicken. Kann man sich eine bessere sportliche Situation für so eine Aktion denken? Die Vorgaben sind zudem so marketingdämlich wie es eben geht:

Kurz und griffig sollte er sein, auch sollte er geeignet sein, eine gewisse Aufbruchstimmung zu vermitteln. Natürlich muss er zu dem passen, was Arminia ausmacht: Ein faszinierender, dynamischer, flexibler, lebendiger, innovativer und ehrgeiziger Verein.

Im Fernsehen spielt Bayern München, da denke ich mir auch mal ein paar unbrauchbare, durch und durch positive Slogans aus.

  • In OWL kennt uns jeder.
  • Nicht ergebnisorientiert. Nicht schön.
  • Tiefenentspannt in den Abgrund.
  • Arminia. Weil ich hier herkomme.
  • Größer als Arminia Hannover.
  • Ad nauseam und weiter.
  • Liga 2 ist Punkrock.
  • Arminia. Delayed gratification defined.
  • Teil dein Leid!
  • Greatness in defeat. [genau]
  • Irgendwann bestimmt!
  • Keine Garantien. Keine Langeweile.
  • Seit 1923 kein neuer Briefkopf.
  • Dr. Oetker kann uns mal.
  • Wir können ewig warten.
  • Es gibt noch viele Ligen zu entdecken.
  • Liebe stellt keine Bedingungen.
  • Unsere Bratwurst ist immer erstklassig.
  • Der sympathische Punktelieferant.
  • Aus Fehlern lernen kann ja jeder.
  • Ich und Du und Lohmanns Kuh.

Naja, so halblustig. Aber Arminia ist ja auch nicht so lustig.

Spiel heute super. Gemessen am sonst gebotenem. Und die 7 Punkte, die uns noch zum Klassenerhalt fehlen, holen wir spätestens Anfang Mai. Aber das Dach der neuen Edeltribüne ist gut. Ich habe mir die Konstruktion mal auf einer Modellzeichnung angesehen, und das Dach soll scheinbar genau so lang werden, wie es jetzt ist. Bei vornehmlich Westwinden wird nun bei Regen der gesamte Unterrang nass. Nicht schlecht. Da das Dach so weit oben ist, müsste es mindestens noch 10 Meter, vielleicht mehr, in Richtung Spielfeld gehen. Wie es jetzt ist, kann man die Plätze im Unterrang nur als “unüberdacht” verkaufen. Sieht jedenfalls so aus. Ist aber nicht schlimm, da ich direkt unter dem Dach der Südtribüne stehe und dann bei Regen trocken beste Sicht auf das umtriebige und angenervte Verhalten auf der neuen Tribüne haben werde.

Jena Spitzenclub. Wolfsburg momentan kaum zu schlagen. Auswärts war noch nie was drin und das Torverhältnis jeweils siebenmal besser als in der Hinserie gesehen. Einmal bißchen Pech gegen Duisburg. Na und? Wer macht schon mehr als er muss? Warum jetzt gewinnen, wenn wir auch später noch nicht absteigen können. Ruhig Blut. Saftigs Vertrag hätte ich damals übrigens auch zu erheblich besseren Konditionen verlängert, aus Nettigkeit, er wollte so gerne mehr Geld bekommen, da kann man doch nicht Nein sagen, und bevor er weint.

Wen nehme ich? Hatte jetzt seit Tag Eins der Transferperiode beim Kicker-Managerspiel Diego im Team, da man ja neuerdings Transfers auch wieder austauschen darf. Ich bin mir aber nicht sicher. Alle, die wie ich teure Griepen rausgeschmissen haben, haben jetzt bestimmt Diego. Das heißt ich kann mit Diego kaum Punkte gut machen, aber ohne Diego viele verlieren, wenn van der Vaart keinen Bock mehr hat. Schwierig schwierig. Das größere Risiko ist definitiv vdV, aber wer weiß, vielleicht stinkt Bremen auch ganz gewaltig in der Rückserie oder Diego bricht sich den Fuß. Noch drei Stunden. Hmmh.

“Hmmh” ist ja ein Palindrom!

Die Kommentatoren auf Premiere eignen sich immer öfter seltsame Ausdrucksweisen an, oft sind dies direkte wörtliche Übertragungen englischer Redensarten, die auf Deutsch total ungebräuchlich sind und sehr seltsam wirken. Der pummelige Wolff-Christoph Fuss sagt z.B. gerne Sachen wie “noch 20 Minuten zu gehen”, wobei sich mir regelmäßig die Fußnägel aufrollen. Ich habe mir überlegt, dass ich mir dieses “to go” auch in Bezug auf verbleibende Zeit zu eigen machen werde, aber ich werde es noch richtiger verwenden und sagen: “noch 20 Minuten zum mitnehmen”.

Heute war so einer. Prima. Kalte Füße. Egal. Ich gehe jetzt zur Weihnachtsfeier. Kann nur lustig werden. Grinsebäckchen. :-)

Die Antwort ist ordentlich kontraintuitiv. Meine Vermutung wäre gewesen, dass es keiner täte. Aber! Da wusste ich auch noch nicht, dass Jiayi Shao, der bei Energie Cottbus spielt, oder auf der Bank sitzt, in China ein “Popstar” ist, weshalb Hansi Küpper eben auf Premiere mit Bestimmtheit zu sagen wusste, dass im Moment gut 100 Millionen Chinesen vor dem Fernseher sitzen und darauf hoffen, dass der gute Shao eingewechselt wird. Ein Blick auf die Weltuhr ließ mich wissen, dass die Chinesen alle schlafen oder auf irgendwas aufpassen oder was interessantes machen. Vielleicht schauen einige sogar wirklich diesen heißen Klassiker Cottbus:Hannover. Ich mache es ja auch. Aber 100 Millionen? Hansi Küpper und ich wissen beide, dass es viele Chinesen gibt, aber ich zumindest glaube nicht, dass die alle blöd sind. 3 bis 6 Nullen zu viel.

Und wieso steht es da 5 zu 1 für Cottbus? Da ist jetzt bestimmt die Hölle los in China. Nachher unbedingt mal CNN einschalten.

Hier. Aus der Bild.

BILD trifft den gefeuerten Trainer im Bielefelder Szene-Cafe „Kraume“. Auf dem Tisch brennt eine Kerze. Im Hintergrund funkelt ein Weihnachtsbaum. Middendorp trinkt Kaffee, liest gemütlich Zeitung

Die Bildzeitung kann einfach nicht anders. Sie MUSS immer nur Unsinn erzählen, Café Kraume ist nichts anderes als ein einer Konditorei angeschlossenes Café, warum sowas ein Szene-Café ist, weiß der Geier. Und warum trifft sich die Bildzeitung dort mit Ernst Middendorp? Weil er sich nicht mehr auf die Straße traut, er wohnt in dem Haus, in welchem Café Kraume ist. Deshalb.

Ich könnte Armina im Trainigslager auf Langeoog besuchen und an unserem altem Schullandheim grüßend vorbeigehen, könnte an den Ort gehen, wo mit der Givtbude die einzige Disco der Insel war und nicht sehr traurig sein, dass es sie lange schon nicht mehr gibt, könnte in der Meierei für drei Euro fünfzig Kaffee trinken, der schmeckt, als wäre er in der Mikrowelle aufgewärmt worden, könnte erstmals eine Inselacht versuchen oder auf zwei Tage aufteilen, ich bin immerhin im Urlaub.
Und ich könnte mich freuen, dass ein Mann mit Verstand, Humor und bescheidenem und freundlichem Auftreten, welcher allüberall geschätzt wird meinen Club trainiert. Mit Volker Finke geht man doch gerne in Liga Zwo.

Peta hat, natürlich völlig zurecht, den Gomezschen Torjubel kritisiert, der zum Gegenstand hat, dass ein imaginierter Stier von Gomez als “Tor-rero” erlegt wird. Gott bewahre uns davor, dass die gute alte deutsche Stierkampftradition wieder auflebt, die wir nur so mühsam begraben konnten.
Ich meine man sollte auch nachträglich noch so manch anderen Torjubel an den Pranger stellen. Zuallererst sollte Bruno Labbadia ob seiner aus der Hüfte schießenden Jubelpose wegen Verunglimpfung der Opfer des Wilden Westens zur Rede gestellt werden, evtl. seinen Job bei Greuther Fürth verlieren. Jede Jubelorgie, die vorgestellte Scharfschützengewehre, Handgranaten oder ähnliches involviert, sollte sofort, angesichts der ungezählten Kriegsofper, von der UN-Vollversammlung heftigst gerügt werden.

Sollte Mario Gomez nun öffentlich werden lassen, dass Stierkampf nach Fußball und Nutella für ihn das schönste auf der Welt ist, wäre es was anderes, aber durch solchen Mumpitz wird Peta wohl, leider, zurecht ständig belächelt.

(via indirekter Freistoss)

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