Allgemeines


“Agnostic Couch” war doch eh albern. Denn was den Agnostiker in mir ausmacht ist ausschließlich Ablehnung der Alternativen, nichts was mir Freude macht. Ich bin nur deshalb Agnostiker, da ich es für vollständig überflüssig halte, mich mit Fragen zu beschäftigen, auf die man keine Antwort bekommen wird, und bevor ich irgendwelcher anderer Leute Phantasien für wahr nehme, mache ich mir lieber heimlich meine eigenen. Das “Couch” war mehr oder minder Ausdruck dieser Passivität. Ich weiß auch gar nicht, wie man “frontal” agnostisch sein kann, eine Haltung, die spezifisch sagt, dass man nicht beantworten möchte, ob es irgendwelche metaphysischen Phänomene gibt, auch wenn man persönlich stark dazu tendiert, dass es sie nicht gibt, jedenfalls nicht im entferntesten in der Form, wie auf der Erde beworben. Für mich ist diese Haltung des Nicht-Wissens, nicht des Nicht-Wissen-Könnens, im Zweifel immer für das Leben, für jedes schmerzempfindende Leben, einzustehen, alternativlos geworden. Warum, wenn ich die Möglichkeit habe Leiden zu mindern, soll ich das nicht tun? Warum spielt es eine Rolle wer leidet? Wenn ich Menschen mindester Intelligenz, allein zu Leben nicht fähiger Intelligenz, das Grundrecht zugestehe nicht leiden zu müssen und in Würde zu leben, warum dann nicht anderem Leben, welches mit einem zentralen Nervensystem ausgestattet und dazu autonom lebensfähig ist? Wir sind ernährungsphysiologisch dazu nicht gezwungen, und wer anderes behauptet, naja, der lügt. Ich sage es: weil es uns nichts nützt. Ich glaube immer noch, dass alle Rechte und Gesetze reiner Selbstschutz sind, solange ich Menschen, zu denen ich ja auch gehöre, das Recht auf Leben gebe, kann mir keiner, ungestraft, im Extremfall dieses Leben oder dessen Würde nehmen, so stellt man es sich zumindest vor. Wenn ich Tieren, zu denen ich dann wohl nicht gehöre, dieses Recht verweigere, kann mir ja nichts passieren. Und das hat insofern etwas mit meinem Agnostikertum zu tun, da ich die Religionen hauptverantwortlich für das Kontinuum der immer noch vorherrschenden Rechtfertigung für die, nicht “mehr” plausibel belegbare, Sonderstellung des Menschen mache, vom anthropointernern Konfliktpotential der Religionen untereinander mal ganz abgesehen. Ich weiß, dass es insgesamt kühn ist zu erwarten, dass in naher Zukunft das nicht-menschliche Leben irgendeine Aufwertung erfahren wird, gemessen an der Tatsache wie wenig fortgeschritten die Akzeptanz der Gleichheit, lediglich das Lebensrecht betreffend, der Menschen untereinander ist.

Ja. Mir sind im Grunde alle Religionen unsympathisch, ob ihrer Selbstüberhöhung, ihres Anthropozentrismus und ihrer “unendlichen” Unbescheidenheit. Das heißt aber nicht, dass ich dem einzelnen Gläubigen, oder auch Nicht-Vegetarier, mit einer ähnlichen Haltung gegenübertrete. Es wäre genauso unbescheiden zu verlangen alle müssten zu denselben Schlüssen kommen wie ich, und liefe dem Grundsatz im Zweifel für den anderen zu sein entgegen. Abgesehen davon bin ich ja selber Konsument von Milchprodukten … aber das Rind ist ja so genügsam, das kann man in Würde ausbeuten … ich müsste mich eigentlich selber verachten, mache ich aber nicht, da Verachtung insgesamt nicht förderlich ist. Was noch dazu kommt: Spinnen und Insekten (Minus Bienen, Marienkäfer und Grashüpfer), diese kleinen Widerlinge, kann man natürlich ohne unmoralisch zu werden, meiner Meinung nach, sofort totschlagen und gerne auch essen. Ist alles nicht so einfach.
Mein ziemlicher Optimismus, was den technischen Fortschritt angeht, lässt mich übrigens exzellente Fleisch- und Milchsynthetisierungsverfahren in der Zukunft sehen. Das wird schon lecker. Und dann hätte mein Onkel, der Pastor ist, der mich mal in Bezug auf meinen Fleischkonsumverzicht, ich nehme an im Scherz, gefragt hat, wozu ich überhaupt leben würde, immer noch einen Lebenssinn haben, ohne die Tiermassen quälen zu müssen.

Und außerdem taucht diese Seite gar nicht mehr in den Suchergebnissen auf, wenn ich nach meinen Namen bei Google suche, und das geht ja wohl gar nicht.

Möchte mir ein paar Platten kaufen. Ich würde es dann in Monatsraten zu je 50 Euro zurückzahlen.

(via)

Mir gefällt es auch ganz gut in 100 Jahre alten und älteren Lexika zu blättern und mich an der Vergänglichkeit und Konstruktion von Wissen zu freuen, das reicht aber nicht als Rechtfertigung es aus nostalgischen Gründen allzu sehr zu bedauern, dass es sich jetzt für den Brockhaus wirtschaftlich einfach nicht mehr lohnt eine große gedruckte Enzyklopädie anzubieten, die bei Erscheinen schon veraltet ist. Die Wikipedia bringt jedes Jahr eine DVD-Rom Version des aktuellen Datenbestandes heraus, die sich jeder runterladen kann, diese kann dann auch jeder hundert Jahre aufbewahren, auf dem Totenbett anschauen und sich über unsere Schrulligkeit totlachen. Wer glaubt, dass in der Wikipedia überhaupt keine zuverlässigen Informationen stehen, muss halt den verehrten Brockhaus-Verlag und seine allwissende Redaktion bitten, ähnliches anzubieten oder sich deren ganze Webseite eben öfter mal ausdrucken, sofern sie es überhaupt schaffen ein überlebensfähiges und für den Nutzer bezahlbares (lies: kostenfreies) Modell dauerhaft anzubieten.

Man kann sich sämtliche Spiegel-Artikel seit immer seit heute im Spiegel-Archiv anschauen, jeden Artikel auch als PDF. Ich wundere mich aber, warum sie die Vorlagen für die PDFs mit einem 80er Jahre Faxgerät erstellt haben, musste das denn sein? Die paar Kilobytes mehr hätten den Kohl nicht fett, aber das Auge glücklich gemacht. Nein, im Zweifellsfall sind diese aus alten Mikrofischies automatisch generiert worden. Vielen Dank lieber Spiegel! Ob das kostenlos bleibt? Das wäre ausgesprochen schön, aber auch die einzige Chance für den Spiegel, falls sie mich da öfter sehen wollen.

Jetzt weiß ich, dass die erste Erwähnung Arminia Bielefelds im Spiegel am 17. März 1965 stattfand, wenn ich da richtig recherchiert habe, und es ist der kommentarlose Abdruck des grausamen “Arminen-Liedes” im “Hohlspiegel”. Und dies bleibt bis zum Skandal auch die einzige Erwähnung.

Hört endlich auf euch aufzuregen und geht einfach vor die Tür, ich komme auch gerne mal mit. Als armer Westfale habe ich überhaupt noch keine Erfahrungen mit dem Rauchverbot. Hätte es aber lieber jetzt als gleich. Und was das Landesverfassungsgericht in Rheinland-Pfalz heute einstweilig verfügt hat ist, sollte es letzte Ausnahme bleiben, gerne auch bundesweit, akzeptabel für mich. Denn es bezieht sich nicht auf ALLE Ein-Raum-Kneipen dieser Welt, sondern nur auf jene die ausschließlich inhabergeführt sind und keine Angestellten haben. Wenn es davon wirklich viele gibt, klingt ja eher nach Trinkhalle, so gehe ich da nicht hin und Leute, die da hingehen, können von mir aus alle bald sterben.

Bekomme ich auch kein Kotzbecken. Gestern aber endlich, da gab es eins. Habe es leider nicht auf Zweckdienlichkeit getestet.


Kotzbecken

Hier

Nicht dass ich gerne unberechtigt negative Bewertungen verteilen würde. Aber ich gehöre zu denen, die aus zwangsneurotischen Gründen absolut keine negativen Bewertungen haben möchten. Will ja gemocht werden. Und ich habe auch bei über Elfhundert Bewertungen noch keine. Dabei habe ich schon oft Verkäufer, die langsam, schlecht und uneinsichtig waren gar nicht bewertet, obwohl sie eine schlechte Bewertung absolut verdient gehabt hätten, da ich genau wusste, dass ich im Gegenzug auch, zu unrecht, negativ bewertet worden wäre. Die Rachebewertung. Damit wäre nach neuen System Schluss, was letztlich dazu führen wird, dass sich Verkäufer, vor allem kleine private Verkäufer, im Ganzen besser benehmen werden. Das einzige was Käufer falsch machen können, ist nicht zu zahlen, und da es bei ebay eigentlich nur Vorkasse gibt, hat der Verkäufer kein Risiko und kann sich im Falle einer Nichtzahlung immer noch direkt bei ebay beschweren.
Vielleicht sollten sie eine Bewährungs-Bewertung einführen, eine schlechte Bewertung auf Zeit, die der Käufer wieder verschwinden lassen kann, wenn die Dinge noch zufriedenstellend gelöst wurden.

Die wissen aber schon genau, dass wer nicht als Kind schon den Glauben beigebracht bekommt, ihn als Erwachsener in kaum einem Fall findet. Und wenn doch, meist nur aus Gründen des Versuchs der Selbstmedikation in persönlichen Krisen.
Es ist ungeheuerlich wie schnell man mit Antisemitismus-Vorwürfen um sich wirft. Ein Kinderbuch, welches die Albernheiten und Angsteinflößungen aller großen monotheistischen Religionen illustriert, soll also heimlich ein Werk sein, welches zum Judenhass aufruft?

Religionskritik ist nicht Verunglimpfung von Glaubensgemeinschaften. Und es ist nicht Auftrag unserer Bundesregierung Religionskritik zu unterdrücken. Religionskritik, auch in Kinderbuchform, muss offen erlaubt sein.


Ferkelbuch

(Edit: Der Banner ist weg. Kann ich auch nich für.)

Der diesjährige Super Bowl findet im University of Phoenix Stadium statt. Das habe ich mir mal bei Wikipedia angeschaut. Schickes Ding. Und teuer. 455 Millionen Dollar. Da habe ich gedacht, dass das mit meiner Vorstellung einer Universität nichts zu tun hat, wenn eine Hochschule für soviel Geld ein Stadion baut. Haben die aber gar nicht, die haben nicht mal Collegemannschaften, die sind tatsächlich nur kommerzieller Namenssponsor, diese Schule ist eine for-profit Schule, die mittelprächtige Erwachsenenbildung treibt. Anhand dieser Sponsoringtätigkeit meine ich zu erkennen, dass die zuviel Gewinn machen, denn die Gründe für Stadionsponsoring sind hierzulande entweder lokale Nettigkeit (wir hier, weil dringend nötig) oder fragwürdige Repräsentationsmaßnahmen irgendwelcher irrer Marketingchefs einer Versicherung, einer Bank oder eines Energiekonzerns, die auch alle zuviel Geld haben … oder hatten.

Ich weiß es nicht, aber es können nicht mehr als zweihundert Meter vom Haupteingang der Uni bis zur Straßenbahnhaltestelle sein. Eine gerade Strecke, ohne Hindernisse. Ich war vielleicht 20 Meter vom Eingang entfernt als ich letzten Mittwochabend gegen 8 meine Bahn kommen hörte, zu dieser Zeit, so glaube ich, fahren die Bahnen nur noch alle 15 Minuten, und ich wollte jetzt nicht warten, nicht jetzt und nicht hier, wollte nach Hause, nach Hause als bald als möglich. Zwischen Bahn hören und dem größten Sprint seit meinem letzten Jahr Schulsport vor mehr als zehn Jahren lagen nur instinktbestimmte Millisekunden. Während der ersten Sekunden, als ich da so rannte, kam meine Vernunft zurück (“Bin ich bescheuert, hier so zu rennen? Könntest doch schön beim Warten anderen Leuten beim Warten zusehen.”), aber auch mein Stolz und meine Scham waren präsent und waren stark, wollte all den Fußgängern zeigen, dass man diese Bahn nicht aufgeben darf! Diese Bahn gehört mir! Und so war es auch. Bekam die Bahn, trotz reduzierter Geschwindigkeit während der letzten Fünfzig Meter, um nicht den anderen in der Bahn den letzten Sauerstoff zu rauben und dort zusammenzubrechend noch zu röcheln, dass keiner jemals geglaubt hätte, dass diese Bahn noch kriegbar sei, aber ich das Unmögliche wahr gemacht hätte! In der Bahn dann, Atmung kontrollierend, ahnte ich, vor allem da ich so einen metallischen Geschmack im Mund hatte und mich den ganzen Tag schon grippig fühlte, dass das keine gute Idee war, diese Bahn nicht verloren zu geben.
Das war Mittwoch. Heute ist Sonntag und meine Oberschenkel schmerzen seit Donnerstag, der Mittelzeh meines linken Fußes ist bestimmt gebrochen und ich bin so richtig erkältet. Mehr und mehr kann ich Winston Churchills No-Sports-Credo nachempfinden. Oder man macht es richtig und nicht wie ich.

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