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Merkt man das eigentlich, dass ich momentan überhaupt mal überhaupt gar keinen Bock auf diesen ganzen Internetkram habe? Ladida. Mercedes macht seltsame Werbung. Auf Seite 41 der SZ von heute: Lewis Hamiltons Kopf als dominanter Teil einer Fotocollage, so einer wie sie früher im aktuellen Sportstudio an die Torwandschußteilnehmer verteilt wurde, so einer, über die sich nie jemand gefreut hat. Der Text über besagter Fotokunst lautet:

“Tausende Fans, heulende Motoren, ständiger Funkverkehr.
Doch das Einzige, was du hörst, ist diese Stimme in deinem Kopf.”

Keine weitere Erklärung darüber, was diese Stimme sagt. Man könnte versuchen abzuwägen, wann eine so dermaßen laute Stimme in eines Kopf ein Problem oder kein Problem ist. Sollte diese Stimme nach Jahren konzentriertester Rennerfahrung immer noch Sachen sagen wie: “Ich glaube da vorne muss ich links rum, danach rechts … was ist das für eine Lampe? Warum leuchtet die? Die habe ich noch nie gesehen … gilt auf Rennstrecken die StVO? …” das alles ginge noch, solange der Lewis alles richtig macht. Problematischer wird es bei konstanten Selbstzweifeln: “Ich weiß, ich weiß, das ist alles nicht so schlecht, was ich bis jetzt geschafft habe, ich bin letztes Jahr sogar fast Formel 1 Weltmeister geworden … fast, ich glaube meine Freundin hasst mich deswegen immer noch, ich weiß gar nicht, was ich falsch gemacht habe, hoffentlich klappt es nun besser, ich muss unbedingt gewinnen heute, sonst kann ich die ganze Nacht nicht schlafen und muss mir wieder die Oberarme kaputtritzen, um diese dreckige Schande zu ertragen, Ron Dennis hat auch so komisch geguckt, so als ob er mich vielleicht rausschmeißen will, wenn ich nicht gewinnen, ich muss unbedingt gewinnen, aber ich bin nur Sechster, bin ich Schuld, dass das Auto nicht so geht? Wer kann sonst Schuld sein? Scheiße. Was soll ich denn nur machen? Es hilft mir ja auch keiner. Eigentlich will ich ja nur, dass meine Eltern und die weltweite Black Community stolz auf mich sind und meine Freundin mir die Schultern massiert, aber dazu muss ich unbedingt heute gewinnen … ich muss … ich muss … ich muss.”
Beruhigt wäre ich hingegen, wenn er im Geiste die ganze Zeit die größten Hits von Abba a cappella singen würde. Am beruhigtesten wäre ich, wenn es diese Stimme nur in den Köpfen der Marketingidioten gäbe … was am wahrscheinlichsten ist.

Auch wenn es mir unfreiwillig passiert ist. Pfui Spinne. Auf keinen Fall ausprobieren! Ich rasiere mich trocken. Und da rasiere ich mir heute morgen so wie gewohnt den Steg zwischen Oberlippe und Nase, ich bin eben nicht Rudi Völler, bin dabei kurz mit dem Gerät direkt vor meinem Mund und atme, warum weiß ich nicht, plötzlich so tief ein, dass ich sämtliche lose Bartstoppeln aus dem Scherkopf sauge. Widerlich. Dann Husten. Und wer glaubt, dass die Bartstoppeln seines Vaters im Gesicht kratzten, der hat keine Ahnung, wie die eigenen dies im Hals zu tun vermögen.

Zuerst diese tiefe Befriedigung, die ich immer empfinde, wenn der brühend heiße Kaffee Teil von mir wird, dann denke ich gerne, dass es sich für Kaffee allein doch gelohnt hat, dass große Teile der außereuropäischen Welt von uns total korrumpiert wurden. Verzeihe, ohne verzeihen zu dürfen. Doch wenn ich dann die noch fast volle Tasse, natürlich große Tasse, neben statt auf den Tisch stelle, kann auch ich mal kurz sauer werden.

Bei fast keinem Feed freue ich mich mehr, wenn es neuen Inhalt gibt, als bei xkcd.com, und den gibt es jeden Montag, Mittwoch und jeden Freitag without fail. Der Junge, Randall Munroe, ist so hellwach, geeky, süß und lustig, dass ich hoffe er wird damit reich und hört nie auf.


Ich kenne Leute, denen ich obige Praktik mal als Maßnahme empfehle, um das Feuer nicht ausgehen zu lassen.

Das hier gefällt mir sehr. Jugendfotos, oder generell alte Fotos, mit dem selben Personal viele Jahre später nachstellen. Ich bin viele alte Fotos im Kopf durchgegangen. Was Schweißausbrüche verursachte, denn alte Familienfotos wollte ich schon seit Jahren digitalisieren und komme nicht dazu/habe keine Lust, aber wenn es einmal bei wem, mir geht das wenigstens so, gebrannt hat, rechnet man regelmäßig damit, dass es wieder passieren könnte, weshalb ich sogar die Sicherungen rausnehme, wenn ich aus dem Haus gehe, und dann wäre es zu spät. Ich möchte aber, weiß jedoch nicht, ob ich den Rest meiner Familie leicht davon überzeugen kann, Fotos nachstellen, in denen auch nicht mehr unter uns weilende Personen, vor allem mein Vater, zu sehen sind. Zu diesem Zweck muss man nur in die Biologie oder Sachkunde einer x-beliebigen Schule einbrechen und eins dieser Skelette mitnehmen, die immer eine Kippe oder ein Stück Kreide im Mund haben und dann geht’s ans Nachstellen und bald ist das melancholisch-lustige Memento Mori fertig.

Keine Ahnung, ob das da schon länger hängt, aber aufgefallen ist es mir erst heute Morgen, an dem Haus, in welchem unten früher die Orangerie und der Pflaumenbaum war. Was gibt es für beknackte Werbeagenturen, und für wie blöd halten die ihre Kunden?

Goatse in Bielefeld

Wir brauchen mehr Punkte. Aber davon abgesehen, bin ich sofort und unbedingt dafür unsere althergebrachte Art zweistellige Zahlen auszusprechen auf den Müllhaufen der Sprachgeschichte zu werfen. Es ist zwar immer sehr aufregend, wenn nach einem Preis gefragt der Befragte langsam beginnt die “Neun” zu sprechen, direkt das “und” anschließt, um dann erstmal einen Interrupt zu zelebrieren, da hält man es vor Spannung nicht mehr aus und schreit innerlich: “Neunund weiß ich ja, ist ja immer Neunundirgendwas, aber Neunundwas? Neunundwasdennnun?” Am Ende der Auskunft ist man enttäuscht, da es mindestens ein Zehner zuviel war. Kann nicht passieren, wenn die Zehnerstelle gleich ehrlich auf den Tisch gelegt wird.
Und Menschen, die wenig deutsch sprechen, haben erfahrungsgemäß auch immer wieder große Schwierigkeiten und verstehen erst was gemeint ist, nachdem man Ihnen die Zahl aufgeschrieben hat.

Was die Leute hellhörig machen könnte ist, dass Mathematiker Lothar Gerritzen heute im Interview in der Süddeutschen die jährlichen wirtschaftlichen Verluste durch Zahlendreher auf “mehrere hundert Millionen Euro” schätzt. Dooferweise gibt es dazu keine Untersuchungen. Ich, aus der Fußballschule des Lebens plaudernd, glaube dagegen, dass sich das im Laufe einer Saison schon wieder ausgleicht, und schätze die jährlichen wirtschaftlichen Verluste auf exakt Null. Bin aber trotzdem dafür. Warum sie allerdings das schöne Wort “und” nicht mehr in den zweistelligen Zahlen haben möchten erschließt sich mir nicht. So klingt es viel zu technisch. Viel zu ungewohnt. Die Teeniezahlen sollten außerdem bleiben wie sie sind, finde ich.
Ein Buch haben die Reformwoller auch geschrieben. Aber wer liest einhundertfünfzigundsechs Seiten zu diesem Problem?

“Fünfzigvier, Siebzigvier, Neunzig, Zweitausendsechs” klingt aber komisch und “Mit Sechzigsechs Jahren” auch.

Und sie haben auch gesagt, wie ich mich belohnen soll: Mit einem Blogeintrag darüber, dass ich auf WordPress 2.5 aktualisiert habe. Ich fühle es schon. Das tiefe Glücksempfinden naht. Ist fast da. Vielleicht folgt später noch ein Eintrag über meine Erfahrungen und meine Warnung ob des Suchtpotentials von solch übertriebenen Selbstbelohnungen.
Realistisch betrachtet ahne ich aber, dass der Ausschlag auf der Skala, die mein Glücksempfinden beschreibt, sie reicht momentan von “Klassenerhalt” bis “Atomkrieg”, nicht messbar sein wird und die Nadel auf “halbwegs enttäuscht” verharrt.

Nein. Vielen lieben Dank an alle bei WordPress, dafür dass das allererste Upgrade funktioniert hat. Warum ich nicht schon früher mal aktualisiert habe? Weil ich so furchtlos bin. Furchtlos faul. Ist ja auch schiefgegangen. Injektionen mochte ich beim Arzt schon nicht, und ich mag sie auch in meinem WordPress nicht.

Da abonniert man hübsch beide Serien der SZ-Bibliothek, weil man es gerne bunt und ordentlich mag, weil man günstige Bücher, welche von fachkundigem Personal extra für mich ausgewählt wurden, zu schätzen weiß. Und jeden Samstag, zur Zeit als die ersten 50 Bände erschienen, schnitt man ganz sorgfältig die rechte Spalte der ersten Seite des Feuilletons aus und biss sich vor lauter Konzentration fast die Zunge ab, faltete den Streifen, auf dem der jeweils aktuelle Band vorgestellt wurde und legte ihn für den Rest aller Zeit* in das jeweils zugehörige Buch. Man ärgerte sich bis heute, dass man es zweimal versäumte. Zur Zeit der zweiten Serie, so jetzt so, war man schon längst nicht mehr Abonnent der Druckausgabe der SZ und man nötigte eine traditionalistische Freundin, ob sie nicht vielleicht eventuell einem den Gefallen tun könnte, nur wenn es wirklich nichts ausmachte, die Kolumnen für einen zu sammeln, damit diese auch ihren angedachten Platz finden könnten. Irgendwann zur Mitte des Serienlaufs hin teilte man mit, dass es wirklich nicht mehr sein müsste, es fühlte sich auch gemogelt an nicht selbst ausgeschnittenes einzulegen. So starb das ehrgeizige Projekt vorzeitig. Und heute? Heute bekomme ich ein regenbogenbuntes Buch, in dem alle diese Kurzkritiken versammelt sind, neu gesetzt, der Buchblock ist gerade ausgeschnitten, nirgendwo Kaffeeränder und das ganze professionell zwischen zwei Buchdeckeln geklebt. Kann man sich ins Regal stellen. Schön schön. Hätte ich mir das alles sparen können. Oder hätte ich mir das denken müssen?

* “Rest aller Zeit” ist als die Zeit zu verstehen, die bis zum nächsten Wohnungsbrand oder zur Nachlassentrümpelung vergeht.

Wie ich erst jetzt gemerkt habe, ist mein WordPress böse gehijacked worden. In den Suchergebnissen zu meiner Seite tauchte nur schlimmer Spam auf, der aber auf der Seite selber nicht zu sehen war, auch nicht im Quelltext, nur im Quelltext der Seite im Google-Cache war superviel Linkspam im “Footer”. So wie hier. Ich habe jetzt alles, was hier erwähnt wird, gelöscht und hoffe das hilft. Vielleicht sollte ich doch mal WordPress updaten. Spammer sind Arschgeigen. “Well thanks, captain obvious.”

Hier einer dem ähnliches passiert ist. Wie genau haben die das gemacht?

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