Albern und doof


Ich bin kein großer Freund des Herrendufts. Besondere Abneigung empfinde ich gegenüber Männern, die die erste gesellige Runde am Nachmittag schon hinter sich haben und sich dann im Hotel noch mal für den Abend “frisch machen” wollen. Mit Duschgel, mit Eau de Toilette, mit Aftershave, alles aus verschiedenen Produktserien, die alle auf unterschiedliche Weise billig riechen und alle zu massiv appliziert wurden. Dieses Grauen muss man sich dann kombiniert mit einer meterlangen Fahne und dem lieblichen Aroma eines feuchten Aschenbechers vorstellen. Warum machen die das? Können die selber nichts riechen?
Jetzt habe ich aber zu Weihnachten von den Ausbilderinnen von Douglas, die das ganze Jahr über ihre Auszubildendinnen während ihrer Pflegesereinseminare, oder was auch immer die da machen, bei uns parken, unter anderem ein Duschgel bekommen, dessen Duft mir wirklich gut gefällt. Da dachte ich, dass ich mir das ja vielleicht auch mal kaufen könnte. Ich hatte ja keine Ahnung. 200 ml dieses Seifenprodukts sollen 30 Euro kosten. Duschgel. Duschgel ist sowieso schon Quatsch. Bißchen Cremeseife reicht völlig um sauber durchs Leben zu kommen. Aber 30 Euro für eine Tube Duschgel? Andererseits ist der Duft von “einzigartiger Vollkommenheit”, das kostet natürlich.
Ich glaube ich mache mir das lieber selber, laut Beschreibung brauche ich ja nur ein paar Mandarinen, Äpfel (welche Sorte?), reinen Tee, wilde und grüne Noten (???), transparente Lotusblüten und warme Edelhölzer. Alles schön in einen Eimer Schmierseife einrühren und über Nacht ziehen lassen. Kinderspiel.

Ich kannte mal jemanden, der hieß mit Nachnamen Meise, für den muss der Winter die wahre Wonne sein, wo für ihn überall diese leckeren Knödel aufgehängt werden. Ich glaube man hängt Meisenknödel nicht primär deshalb auf, um den Meisen und andere Vögel, die unter 3 Gramm wiegen, etwas Gutes zu tun, sondern um die größeren Vögel zu ärgern, allen voran die armen Amseln, und das, obwohl die abends so schöne Vogelgeräusche machen. Man muss die Amseln für ihren Wagemut ehren, jeder Versuch die so nahen Körner im Fett zu schnabulieren endet in einer Beinahekatastophe, die so gerade noch kurz vor der Erde abgefangen werden kann. Gut, dass Amseln nicht mit Benzin laufen, sonst würden die ständig explodieren und ich mich dauernd erschrecken.

Ich habe eben “4 months” gegoogelt, da ich was über den rumänischen Abtreibungsfilm gesucht habe, und da hat Google mir gezeigt wie gut es schon rechnen kann und mir stolz präsentiert:

4 months = 121.7474 days

Google soll mich mal anrufen und sagen welche vier Monate addiert diese Zahl ergeben. Nein, Google ist schon schlau und hat nicht einfach 365 durch 3 geteilt, sondern ein astronomisches Jahr durch 3. Toll.

Demnächst findet hier ein Kongress statt, der heißt “Prekäres Aufwachsen”, sicher ein wichtiges, interessantes und so aktuelles Thema, aber da ich nicht mehr aufwachsen werde, glücklicherweise nicht prekär aufgewachsen bin, und professionell mit Aufwachsenden nichts zu tun haben möchte, Kinder bis Mitte zwanzig sind viel zu anstrengend, werde ich dem Wissensaustausch fernbleiben. Ursprünglich hatte ich aber “Prekäres Aufwachen” gelesen und mich ganz plötzlich nicht mehr alleine gefühlt, ein kleines Licht am Horizont gesehen, Hilfe war schon unterwegs! Prekäres Aufwachen, das kenne ich gut, gerade am Dienstag wieder, und wann! Früher Abend war’s. Und auch sonst finde ich aufwachen wenigstens suboptimal. Mir geht es immer besser, bin immer wacher und besser gelaunt bevor ich ins Bett gehe. Vielleicht mal über eine neue Matratze nachdenken und nicht zwischen den ganzen alten staubigen Büchern schlafen.

Frohes Neues Jahr übrigens.

Ich glaube ich mache jetzt ein Filmtagebuch, in welchem alle gesehen Filme mit mindestens einem Satz abgehandelt werden, der beschreibt, was ich von dem Film halte, ein Filmtagebuch eben. Damit hier mal was reinkommt.

Die Kommentatoren auf Premiere eignen sich immer öfter seltsame Ausdrucksweisen an, oft sind dies direkte wörtliche Übertragungen englischer Redensarten, die auf Deutsch total ungebräuchlich sind und sehr seltsam wirken. Der pummelige Wolff-Christoph Fuss sagt z.B. gerne Sachen wie “noch 20 Minuten zu gehen”, wobei sich mir regelmäßig die Fußnägel aufrollen. Ich habe mir überlegt, dass ich mir dieses “to go” auch in Bezug auf verbleibende Zeit zu eigen machen werde, aber ich werde es noch richtiger verwenden und sagen: “noch 20 Minuten zum mitnehmen”.

Die Antwort ist ordentlich kontraintuitiv. Meine Vermutung wäre gewesen, dass es keiner täte. Aber! Da wusste ich auch noch nicht, dass Jiayi Shao, der bei Energie Cottbus spielt, oder auf der Bank sitzt, in China ein “Popstar” ist, weshalb Hansi Küpper eben auf Premiere mit Bestimmtheit zu sagen wusste, dass im Moment gut 100 Millionen Chinesen vor dem Fernseher sitzen und darauf hoffen, dass der gute Shao eingewechselt wird. Ein Blick auf die Weltuhr ließ mich wissen, dass die Chinesen alle schlafen oder auf irgendwas aufpassen oder was interessantes machen. Vielleicht schauen einige sogar wirklich diesen heißen Klassiker Cottbus:Hannover. Ich mache es ja auch. Aber 100 Millionen? Hansi Küpper und ich wissen beide, dass es viele Chinesen gibt, aber ich zumindest glaube nicht, dass die alle blöd sind. 3 bis 6 Nullen zu viel.

Und wieso steht es da 5 zu 1 für Cottbus? Da ist jetzt bestimmt die Hölle los in China. Nachher unbedingt mal CNN einschalten.

Ernst Jünger ist nicht nur der einzige deutsche Schriftsteller, der den Halleyschen Kometen bewußt zweimal gesehen hat. Nein, die Ernst-Jünger sind auch eine realitätsblinde Unterart der sogenannten “Arminen”, welche Ernst Middendorp für unfehlbar hält und alle Schuld bei allen anderen sieht. Diese Spezies ist glücklicherweise gerade dabei auszusterben, aber vielleicht können wir ein oder zwei der ganz hartnäckigen Exemplare im Heimattierpark Olderdissen (mehr Zoo gibt es in Bielefeld nicht) unterbringen und hübsch pflegen und uns an ihren köstlichen ewigen Apologien erfreuen. Sie sind nicht in der Lage eigenschaftsähnlichen Nachwuchs zu zeugen, was sie besonders kostbar machen wird.

Zwei mal drei Richtige ist nämlich nur das, 2 mal 3 Richtige und nicht 6 Richtige. Doof. Superzahl war eh verkehrt. Muss mich womöglich glücklich schätzen. Und ich wäre ordentlich umgegangen mit dem Geld! Hätte sogar meinen Schwestern und der Mutter was abgegeben, aber irgendwann muss dann auch Schluß sein. Meine Großzügigkeit kennt Grenzen. Geht arbeiten. Verdammte Nassauer.
Ich werde vielleicht lieber doch nicht reich. Zuviel Misstrauen.

Peta hat, natürlich völlig zurecht, den Gomezschen Torjubel kritisiert, der zum Gegenstand hat, dass ein imaginierter Stier von Gomez als “Tor-rero” erlegt wird. Gott bewahre uns davor, dass die gute alte deutsche Stierkampftradition wieder auflebt, die wir nur so mühsam begraben konnten.
Ich meine man sollte auch nachträglich noch so manch anderen Torjubel an den Pranger stellen. Zuallererst sollte Bruno Labbadia ob seiner aus der Hüfte schießenden Jubelpose wegen Verunglimpfung der Opfer des Wilden Westens zur Rede gestellt werden, evtl. seinen Job bei Greuther Fürth verlieren. Jede Jubelorgie, die vorgestellte Scharfschützengewehre, Handgranaten oder ähnliches involviert, sollte sofort, angesichts der ungezählten Kriegsofper, von der UN-Vollversammlung heftigst gerügt werden.

Sollte Mario Gomez nun öffentlich werden lassen, dass Stierkampf nach Fußball und Nutella für ihn das schönste auf der Welt ist, wäre es was anderes, aber durch solchen Mumpitz wird Peta wohl, leider, zurecht ständig belächelt.

(via indirekter Freistoss)

Wie berichtet wird, sind nur Männer schuld am Klimawandel. Das möchte ich gerne vulgärsoziologisch anfechten: Wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis umsehe, und da die als CO2-emittierend bekannten Verhaltensweisen begutachte, dann schneiden die Frauen wesentlich, aber wesentlich schlechter ab. Was die so machen? Die fahren Strecken mit dem Auto, die ich mal eben auf Händen gehen könnte, wenn ich nur einigermaßen mittelmäßig auf Händen gehen könnte. Da werden 5-Zimmer-Wohnungen bis in den letzten Winkel ausgeleuchtet, als ob jederzeit Schöner Wohnen vorbeikommen und sofort mit dem Fotoshooting beginnen könnte. Diese Wohnungen sind nicht nur dauerhaft festsaalbeleuchtet, die sind auch noch so beheizt, dass alles andere als in Unterwäsche rumzuwohnen zu warm wäre. Dann gehen manche Frauen ohne guten Grund reiten, fahren mit dem Auto zum Hof, reiten im Kreis und fahren wieder nach Hause, besonders verwerflich, weil Pferde Kühen ja sehr ähnlich sind und Kühe sollen ganz schlimm sein mit dem ewigen Methan den ganzen lieben langen Tag, ergo ist reiten auch ein direkter Treibhausbauer. Ich wette, dass alle Pferdestallgören zusammengenommen schlimmer sind als die chemische Industrie. Was machen die bösen Frauen noch? Die essen viel gesünder und produzieren durch die ganze Pflanzenkost so am Ende selber noch Methan in Massen. Unterschiedliche Ansätze in der Körperpflege mache ich auch aus. Wer badet statt kurz kalt zu duschen hat kein Gewissen und schert sich nicht um unsere Kindeskinder! Und nur Frauen baden. Männer wissen gar nicht, wie man von Duschkopf auf Hahn umstellt. Handtüchern wird im Trockner auf “Schranktrocken+” unter zuhilfenahme von einer Stude mal 2000 Watt jegliche Flüssigkeit entzogen, weil sie dann so schön weich sind. Ich hingegen meine ja, dass man Handtücher eigentlich gar nicht waschen braucht, die kommen doch nur mit sauberen Menschen in Berührung. Sowieso: immer so viel Waschen! Das habe ich schon von Peter Venkman gelernt, dass es meistens reicht schmutzige Wäsche einfach ein wenig an die frische Luft zu hängen. Und wieviel mehr Kleidung und Schuhe Frauen haben. Da wird zum einem im Produktionsprozess mit den jeweils giftigsten und schrecklichsten Chemikalien gearbeitet, die sich finden lassen und dann wird das alles über sämtliche Weltmeere transportiert. Mit Raketenbooten! Weiterhin lesen Frauen ca. hundertmal so viel wie Männer und haben so schon drei Viertel Regenwald einfach weggelesen, obwohl sie das meiste sofort wieder vergessen. Uns Herren reicht da kicker.de und nach Siegen die gedruckte Variante, damit man was zum Sammeln hat.

Mein Eindruck könnte vielleicht damit begründet werden, dass ich nur mit endentspannten, lesefaulen, lichtempfindlichen, monothematischinteressierten und schmutzigen Männern zu tun habe, die nie frieren und deren höchster Lebenssinn darin besteht sich einfach besser zu fühlen als Menschen, die ständig Angst haben messbar schlechter als andere abzuschneiden, in welcher Beziehung auch immer. Da braucht man weder Autos, noch 300qm große Lofts und muss auch nicht jährlich 40.000 KM fliegen.

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