Es wird berichtet, dass unser abschlußschwacher Monarch in den vorläufigen EM-Kader Polens berufen wurde. Wenn ich das vollständig überblicke, ist das eigentlich alles, was Wichniarek wollte. Ich habe diesen verbissenen Wunsch auch als Grund für seine bald schon bestrafungswürdige Eigensinnigkeit, seine bemitleidenswerte Verkrampfung vorm Tor und die peinliche Fallsucht gesehen. Dann kannst du ja heute Abend mit all dem aufhören, lieber König, und uns den Sieg schenken. Oder?
April 2008
Mi 16. Apr 2008
Ein letzter Strohhalm, an den sich meine Hoffnung klammern kann
Von Malte um 16:33 in Monsterfirmen , TVBeitrag kommentieren
Mi 16. Apr 2008
Dass in Deutschland im Grunde alle Fernsehformate, außer “Wetten dass…???” und vermutlich “Vier gegen Willi”, Kopien ausländischer Vorlagen sind, ist ja keine besonderes neue Erkenntnis, und dass sie, bis auf “Ein Herz und eine Seele”, alle schlecht sind, auch nicht, aber die Verzögerung mit welcher die entspannteste Veranstaltung der Fernsehgeschichte, John Luries Fishing with John, jetzt im deutschen Fernsehen kopiert wird, ist enorm. Schlappe 17 Jahre. Idiotischer deutscher Titel inklusive. Ein Fisch für 2.
John Luries Gäste waren u.a. Jim Jarmusch, Tom Waits und Willem Dafoe. Der Schweizer Frank Baumann, nicht der von Werder, wird u.a. DJ Bobo, Marcel Reif, Wolfgang Niedecken und Jörg Kachelmann begrüßen. Ehrlich, 3sat, muss das sein?
[Edit: Ich habe mir jetzt mal ein paar Kritiken angesehen, und allen gefällt es, sogar richtig gut und sie loben die einmalige Idee. Ich habe es ja noch nicht gesehen, werde es vermutlich auch nicht sehen, aber mich würde es wirklich wundern, wenn sich in den 3 Stunden, die bisher produziert wurden, insgesamt 10 Minuten finden lassen, die so schön sind, wie die ersten 10 Minuten der ersten Folge von Fishing with John.]
Di 15. Apr 2008
Wir brauchen mehr Punkte. Aber davon abgesehen, bin ich sofort und unbedingt dafür unsere althergebrachte Art zweistellige Zahlen auszusprechen auf den Müllhaufen der Sprachgeschichte zu werfen. Es ist zwar immer sehr aufregend, wenn nach einem Preis gefragt der Befragte langsam beginnt die “Neun” zu sprechen, direkt das “und” anschließt, um dann erstmal einen Interrupt zu zelebrieren, da hält man es vor Spannung nicht mehr aus und schreit innerlich: “Neunund weiß ich ja, ist ja immer Neunundirgendwas, aber Neunundwas? Neunundwasdennnun?” Am Ende der Auskunft ist man enttäuscht, da es mindestens ein Zehner zuviel war. Kann nicht passieren, wenn die Zehnerstelle gleich ehrlich auf den Tisch gelegt wird.
Und Menschen, die wenig deutsch sprechen, haben erfahrungsgemäß auch immer wieder große Schwierigkeiten und verstehen erst was gemeint ist, nachdem man Ihnen die Zahl aufgeschrieben hat.
Was die Leute hellhörig machen könnte ist, dass Mathematiker Lothar Gerritzen heute im Interview in der Süddeutschen die jährlichen wirtschaftlichen Verluste durch Zahlendreher auf “mehrere hundert Millionen Euro” schätzt. Dooferweise gibt es dazu keine Untersuchungen. Ich, aus der Fußballschule des Lebens plaudernd, glaube dagegen, dass sich das im Laufe einer Saison schon wieder ausgleicht, und schätze die jährlichen wirtschaftlichen Verluste auf exakt Null. Bin aber trotzdem dafür. Warum sie allerdings das schöne Wort “und” nicht mehr in den zweistelligen Zahlen haben möchten erschließt sich mir nicht. So klingt es viel zu technisch. Viel zu ungewohnt. Die Teeniezahlen sollten außerdem bleiben wie sie sind, finde ich.
Ein Buch haben die Reformwoller auch geschrieben. Aber wer liest einhundertfünfzigundsechs Seiten zu diesem Problem?
“Fünfzigvier, Siebzigvier, Neunzig, Zweitausendsechs” klingt aber komisch und “Mit Sechzigsechs Jahren” auch.
Do 10. Apr 2008
Michael Frontzeck! Nicht nur, dass du intelligent wirkst und auch noch so aussiehst, du triffst sogar richtige, lange überfällige Entscheidungen. Mathias Hain darf weiterhin gerne Klassensprecher bleiben und im Bus vorne sitzen. Ist mir ganz egal. Aber als erster Mann im Tor gefällt er mir schon lange nicht mehr. Und damit ist mit Datum heute wohl auch endgültig Schluss. Danke lieber Michael. Jetzt gehe ich auch gerne mit Dir, wenn es sich denn überhaupt nicht vermeiden lässt, in die Zweite.
Do 10. Apr 2008
Sie haben gesagt, dass ich mich belohnen soll
Von Malte um 15:32 in AllgemeinesBeitrag kommentieren
Und sie haben auch gesagt, wie ich mich belohnen soll: Mit einem Blogeintrag darüber, dass ich auf WordPress 2.5 aktualisiert habe. Ich fühle es schon. Das tiefe Glücksempfinden naht. Ist fast da. Vielleicht folgt später noch ein Eintrag über meine Erfahrungen und meine Warnung ob des Suchtpotentials von solch übertriebenen Selbstbelohnungen.
Realistisch betrachtet ahne ich aber, dass der Ausschlag auf der Skala, die mein Glücksempfinden beschreibt, sie reicht momentan von “Klassenerhalt” bis “Atomkrieg”, nicht messbar sein wird und die Nadel auf “halbwegs enttäuscht” verharrt.
Nein. Vielen lieben Dank an alle bei WordPress, dafür dass das allererste Upgrade funktioniert hat. Warum ich nicht schon früher mal aktualisiert habe? Weil ich so furchtlos bin. Furchtlos faul. Ist ja auch schiefgegangen. Injektionen mochte ich beim Arzt schon nicht, und ich mag sie auch in meinem WordPress nicht.
So 6. Apr 2008
Archivtexte wurden automatisch digitalisiert und können Fehler enthalten.
Steht über Artikeln im ZEIT-Archiv von vor 1994. Dass DIE ZEIT viel mehr super ist als du und ich wusste ich schon, aber dass in ihren Texten, bevor sie von dämlichen Computern gelesen werden, nicht mal möglicherweise Fehler enthalten sein können ist mal gnaz gut. So will ich das verstehen und verstehe es deshalb so und nicht anders. Macht mich schon ein wenig eifersüchtig, meine Rechtschreibung und vor allem der Umgang mit Kommas ist ja teh suck.
Sa 5. Apr 2008
Mutter aller Torjubel! Ich war so am Ende, dass ich mich nach kaum Schlaf in der letzten Nacht erst mal zwei Stunden hinlegen musste, jetzt gehe ich zur Balkan-Beats-Party.
“Der Fußballgott hat eine Tochter” gefällt mir, wenn sie das als Slogan nehmen*, bin ich zufrieden, auch wenn der Fußballgott eine Tochter hat, die nicht von allen Seiten schön anzusehen ist.
* bin aber sicher, dass sie das nicht machen werden.
Do 3. Apr 2008
Da abonniert man hübsch beide Serien der SZ-Bibliothek, weil man es gerne bunt und ordentlich mag, weil man günstige Bücher, welche von fachkundigem Personal extra für mich ausgewählt wurden, zu schätzen weiß. Und jeden Samstag, zur Zeit als die ersten 50 Bände erschienen, schnitt man ganz sorgfältig die rechte Spalte der ersten Seite des Feuilletons aus und biss sich vor lauter Konzentration fast die Zunge ab, faltete den Streifen, auf dem der jeweils aktuelle Band vorgestellt wurde und legte ihn für den Rest aller Zeit* in das jeweils zugehörige Buch. Man ärgerte sich bis heute, dass man es zweimal versäumte. Zur Zeit der zweiten Serie, so jetzt so, war man schon längst nicht mehr Abonnent der Druckausgabe der SZ und man nötigte eine traditionalistische Freundin, ob sie nicht vielleicht eventuell einem den Gefallen tun könnte, nur wenn es wirklich nichts ausmachte, die Kolumnen für einen zu sammeln, damit diese auch ihren angedachten Platz finden könnten. Irgendwann zur Mitte des Serienlaufs hin teilte man mit, dass es wirklich nicht mehr sein müsste, es fühlte sich auch gemogelt an nicht selbst ausgeschnittenes einzulegen. So starb das ehrgeizige Projekt vorzeitig. Und heute? Heute bekomme ich ein regenbogenbuntes Buch, in dem alle diese Kurzkritiken versammelt sind, neu gesetzt, der Buchblock ist gerade ausgeschnitten, nirgendwo Kaffeeränder und das ganze professionell zwischen zwei Buchdeckeln geklebt. Kann man sich ins Regal stellen. Schön schön. Hätte ich mir das alles sparen können. Oder hätte ich mir das denken müssen?
* “Rest aller Zeit” ist als die Zeit zu verstehen, die bis zum nächsten Wohnungsbrand oder zur Nachlassentrümpelung vergeht.
