Da abonniert man hübsch beide Serien der SZ-Bibliothek, weil man es gerne bunt und ordentlich mag, weil man günstige Bücher, welche von fachkundigem Personal extra für mich ausgewählt wurden, zu schätzen weiß. Und jeden Samstag, zur Zeit als die ersten 50 Bände erschienen, schnitt man ganz sorgfältig die rechte Spalte der ersten Seite des Feuilletons aus und biss sich vor lauter Konzentration fast die Zunge ab, faltete den Streifen, auf dem der jeweils aktuelle Band vorgestellt wurde und legte ihn für den Rest aller Zeit* in das jeweils zugehörige Buch. Man ärgerte sich bis heute, dass man es zweimal versäumte. Zur Zeit der zweiten Serie, so jetzt so, war man schon längst nicht mehr Abonnent der Druckausgabe der SZ und man nötigte eine traditionalistische Freundin, ob sie nicht vielleicht eventuell einem den Gefallen tun könnte, nur wenn es wirklich nichts ausmachte, die Kolumnen für einen zu sammeln, damit diese auch ihren angedachten Platz finden könnten. Irgendwann zur Mitte des Serienlaufs hin teilte man mit, dass es wirklich nicht mehr sein müsste, es fühlte sich auch gemogelt an nicht selbst ausgeschnittenes einzulegen. So starb das ehrgeizige Projekt vorzeitig. Und heute? Heute bekomme ich ein regenbogenbuntes Buch, in dem alle diese Kurzkritiken versammelt sind, neu gesetzt, der Buchblock ist gerade ausgeschnitten, nirgendwo Kaffeeränder und das ganze professionell zwischen zwei Buchdeckeln geklebt. Kann man sich ins Regal stellen. Schön schön. Hätte ich mir das alles sparen können. Oder hätte ich mir das denken müssen?

* “Rest aller Zeit” ist als die Zeit zu verstehen, die bis zum nächsten Wohnungsbrand oder zur Nachlassentrümpelung vergeht.