April 2008


Auch wenn es mir unfreiwillig passiert ist. Pfui Spinne. Auf keinen Fall ausprobieren! Ich rasiere mich trocken. Und da rasiere ich mir heute morgen so wie gewohnt den Steg zwischen Oberlippe und Nase, ich bin eben nicht Rudi Völler, bin dabei kurz mit dem Gerät direkt vor meinem Mund und atme, warum weiß ich nicht, plötzlich so tief ein, dass ich sämtliche lose Bartstoppeln aus dem Scherkopf sauge. Widerlich. Dann Husten. Und wer glaubt, dass die Bartstoppeln seines Vaters im Gesicht kratzten, der hat keine Ahnung, wie die eigenen dies im Hals zu tun vermögen.

Aus der SZ:

Schüsse gesamt: Nürnberg 27, Bielefeld 2; Schüsse aufs Tor: Nürnberg 10, Bielefeld 2; Schüsse neben das Tor: Nürnberg 9, Bielefeld 0; Abgeblockte Schüsse: Nürnberg 8, Bielefeld 0; …. meiste Schüsse: Nürnberg Mintal (9), Bielefeld Wichniarek (1) u. Bollmann (1) (die beiden Torschützen); … meiste Torschussvorlagen Nürnberg Vittek (6), Bielefeld Zuma (1), Marx (1) (die beiden Torvorlagen); meiste Ballkontakte: Nürnberg Galasek (83), Bielefeld Fernandez (59) (das ist Arminias Torwart).

Es steht auf NW-News, dass die schönste und klügste, aber leider nicht beste Fußball-Mannschaft der Welt am Samstag nur beinahe einer Katastrophe entgangen ist, denn ihr ICE durchquerte den Tunnel bei Fulda nur kurz bevor ein in die andere Richtung fahrender Zug darin via Schafherde entgleiste. So ein Glück.

Was die Arminen im Tunnel erlebten und mehr über den Unfall lesen Sie am Montag in der Neuen Westfälischen.

Was sollen die bitte im Tunnel erlebt haben? Die werden dreckig gelacht haben, weil die Nürnberger jetzt erstmal so unglücklich sind. Wer sich da Spannendes und Erhellendes verspricht fühlt sich später sicher zurecht in den Kauf der NW gequatscht.

Gedanken an Unglücke Fußballmannschaften betreffend, hatte ich gestern Abend auch. Uli Hoeness sagte, dass es unmöglich wäre, dass die Bayern in der Meisterschaft noch eingeholt werden würden. Unmöglich scheint mir das nicht, wenn Wohl und Wehe in dieser Woche noch von der Nüchternheit russischer Fluglotsen abhängt, habe ich gedacht, denn entweder Schalke oder Bremen können ja wohl bequem 4 mal in Folge hoch gewinnen, vor allem mit der Herausforderung konfrontiert so pietätlos zu sein und einer mit dem Flugzeug abgestürzten Mannschaft die Meisterschaft zu rauben. Oh Gott, hoffentlich passiert jetzt nichts, ich bin ja so abergläubisch wie jeder andere Fußballfan und alle meine Handlungen, so klein sie auch sind, haben extreme Auswirkungen auf den Weltenlauf.

[Edit: Ok. Ok. War also auch ganz aufregend im Arminia-Zug, die haben auch schon Schafe mitgenommen. Ich habe gedacht, die sind einer Katastrophe entgangen, weil sie "beinahe" in den später entgleisten Zug gefahren sind.]

Da ist gerade ein Boxer in meinem Fernseher, der eine interessante Einlaufmusik hatte, normalerweise ist solche wohl entweder total pathetisch oder tüchtig aggressiv, besagter Boxer sprang wohlgemut und lächelnd zu dem Biene Maja Titellied von Karel Gott in den Ring. Eine Strategie, die aufgehen könnte, denn wenn man dann verliert, sagen alle, dass es die Musik war, weshalb man umso konzentrierter boxen wird, damit dies bloß nicht passiert.
Einlaufmusik? Heißt das überhaupt so? Gibt ja auch Einläufe, bei denen es einem vielleicht peinlich wäre, wenn die mit Musik begleitet werden, da möchte man dann nicht so ein Trara drum machen, aber andererseits geht bekanntlich mit Musik ja alles leichter.

Mensch, Arminia! Was sind das alles für Spiele? Und das ist doch auch kein positiver Stress.
Heute nach der ersten Halbzeit habe ich die Glotze ausgemacht und diese ultradeprimierende neue Platte von kettcar gehört und alles geglaubt, ja wir sind ewige verwöhnte Gören, ja wir kriegen nichts richtig hin, ja wir können Liebe nicht finden und wenn doch auf keinen Fall am Leben halten … ja ja ja … warum bringen wir uns nicht alle um? Das mit dem Kaffee sollte also nicht die extremste Gefühlsschwankung heute bleiben. Ich hatte wirklich vor, mir das nicht weiter anzuschauen, wollte mir später nur noch die Endergebnisse ansehen, doch ich hatte den Ticker von Premiere noch an. Ok. Nur mal sehen wer da ein Tor gemacht hat. Wer wohl! Fernseher wieder an! Der Rest waren meine aktivsten und emotionalsten 45 Minuten vorm Fernseher, ich glaube seit immer, vor allem die Meldung des Ausgleiches in Bochum hat richtig rein gehauen, alles kam zusammen, und die letzte Nürnberger Chance hat mich dann minutenlang nicht mehr in Ruhe gelassen. Die Nachbarn wollten das bestimmt auch alles gar nicht hören, aber dieser eine Punkt, und vor allem die zwei, die Nürnberg nicht hat, das könnte uns am Ende wirklich den Hals retten. Ich bin momentan insgesamt schon ein bißchen nervös und angespannt, das hat mir alles noch gefehlt, Arminia.

Auch wenn wir immer gegen Bochum verlieren, lass uns das doch mal nicht machen nächsten Samstag.

Zuerst diese tiefe Befriedigung, die ich immer empfinde, wenn der brühend heiße Kaffee Teil von mir wird, dann denke ich gerne, dass es sich für Kaffee allein doch gelohnt hat, dass große Teile der außereuropäischen Welt von uns total korrumpiert wurden. Verzeihe, ohne verzeihen zu dürfen. Doch wenn ich dann die noch fast volle Tasse, natürlich große Tasse, neben statt auf den Tisch stelle, kann auch ich mal kurz sauer werden.

Bei fast keinem Feed freue ich mich mehr, wenn es neuen Inhalt gibt, als bei xkcd.com, und den gibt es jeden Montag, Mittwoch und jeden Freitag without fail. Der Junge, Randall Munroe, ist so hellwach, geeky, süß und lustig, dass ich hoffe er wird damit reich und hört nie auf.


Ich kenne Leute, denen ich obige Praktik mal als Maßnahme empfehle, um das Feuer nicht ausgehen zu lassen.

Das hier gefällt mir sehr. Jugendfotos, oder generell alte Fotos, mit dem selben Personal viele Jahre später nachstellen. Ich bin viele alte Fotos im Kopf durchgegangen. Was Schweißausbrüche verursachte, denn alte Familienfotos wollte ich schon seit Jahren digitalisieren und komme nicht dazu/habe keine Lust, aber wenn es einmal bei wem, mir geht das wenigstens so, gebrannt hat, rechnet man regelmäßig damit, dass es wieder passieren könnte, weshalb ich sogar die Sicherungen rausnehme, wenn ich aus dem Haus gehe, und dann wäre es zu spät. Ich möchte aber, weiß jedoch nicht, ob ich den Rest meiner Familie leicht davon überzeugen kann, Fotos nachstellen, in denen auch nicht mehr unter uns weilende Personen, vor allem mein Vater, zu sehen sind. Zu diesem Zweck muss man nur in die Biologie oder Sachkunde einer x-beliebigen Schule einbrechen und eins dieser Skelette mitnehmen, die immer eine Kippe oder ein Stück Kreide im Mund haben und dann geht’s ans Nachstellen und bald ist das melancholisch-lustige Memento Mori fertig.

Keine Ahnung, ob das da schon länger hängt, aber aufgefallen ist es mir erst heute Morgen, an dem Haus, in welchem unten früher die Orangerie und der Pflaumenbaum war. Was gibt es für beknackte Werbeagenturen, und für wie blöd halten die ihre Kunden?

Goatse in Bielefeld

Obwohl damit zu rechnen war, dass man Matze Hains Vertrag nicht zu seinen geforderten Bedingungen verlängern würde, bedrückt mich die Entscheidung doch schon ganz schön. Auch wenn ich gerne über Hain meckere, wie erwähnt froh bin, dass er nicht mehr die Nummer eins ist, so war er doch der dufteste aller duften Typen, die wir in der jüngeren Vereinsgeschichte hier hatten. Unfassbar sympathisch, unpathetisch aber nicht im geringsten leidenschaftslos, ein Freund der Realität und dazu noch lustig. Natürlich bisweilen verbissen und voller Ehrgeiz, aber sonst wirst du auch nicht Torwart in einem Proficlub.
Irgendeine gehobene, öffentliche Position muss sich doch früher oder später für ihn finden lassen. Das würde Arminia sehr gut tun. Am liebsten wäre es mir, er würde den sozialdemokratischen Herforder Sparkassendirektor ablösen, so kompliziert kann das bißchen Zahlengeschiebe auch nicht sein. Andererseits schätze ich Hain auch so ein, dass er eher keine große Lust auf den Zirkus hat und stattdessen in Schlangen einer geregelten Arbeit nachgehen möchte, um seine Ruhe zu haben und vielleicht in seiner Freizeit die lokale A-Jugend zu betreuen.

Vielen Dank für alles, Matze, und alles Gute!

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