Barton Fink

Nach vielen Jahren wieder den großen Barton Fink gesehen. Ich glaube mittlerweile, dass man sich gar nicht mit langen, komplizierten Deutungen darüber aufhalten muss, was hier echt und was nicht echt ist. Denn ich glaube, dass nichts, ab dem Moment wo Barton in Hollywood ankommt, wo sich das Meer an dem Felsen bricht, echt ist. Alles ist ein großer, zugegeben ziemlich kohärenter, und erst zum Schluss hin immer bizarrer werdender Angsttraum des New Yorker Intellektuellen, der einen Autorenvertrag in Hollywood angeboten bekommt, und dort nichts als eine jegliche Kreativität und Individualität zerstörende Hölle erlebt. Dieses Hollywood besteht aus nichts weiter als Profitgier, die sich aber dennoch rühmt Kino für den kleinen Mann zu machen, für den und aus dem heraus Barton schon sein Theater machen wollte, aber nicht um seine basalen Instinkte zu befriedigen, sondern um seine Geschichten zu erzählen und um ihn zu erziehen. In seinem Traum wird sein Held, der an William Faulkner modellierte Autor Mayhew, als Betrüger und Trinker enttarnt, Barton hat, außer Höllennazi John Goodman, keine Freunde, obwohl er sich in New York vor Verehrern nicht retten konnte und Liebe wird, sobald er sie erfährt, umgehend wieder zerstört.

Vielleicht ist Hollywood hier auch als echt zu sehen, spiegelt die Erfahrungen der jungen Coen-Brüder wieder und alles wird damm noch symbolisch und surrealistisch verstärkt. Barton wird in einem kranken Hollywood immer kränker.