Die Hotline, die auf meiner neuen Kreditkarte steht, ist eine 0180er-Nummer, aber nur aus dem Inland. Die anzurufen kostet aus dem Festnetz der Telekom nicht viel, aber man verliert seine Kreditkarte ja immer in irgendwelchen Kneipen oder auf der Autobahn, nie zu Hause und außerdem haben immer weniger Leute Festnetzanschlüsse der Telekom und vom Handy oder von Arcor aus kostet so ein Anruf sicher wieder 0,99 € pro Minute. Was ich aber richtig toll finde ist, dass die Hotline vom Ausland aus so geht: +49 30 330 234 44. Eine Nummer irgendwo in Berlin, die immer mehr Menschen von überall in Deutschland aus kostenfrei anrufen können, aber ich darf sie nur aus dem Ausland anrufen. Wie kundenfreundlich. Und so wenig offensichtlich.
Wer mit seiner Bank unzufrieden ist, keine Filialen braucht, keine Kontoführungsgebühren zahlen und weltweit gebührenfrei Geld abheben möchte, der geht zur DKB und gibt mich als Werber an, dann bekomme ich total viele Punkte und kann mir einen Hotelgutschein für eine Person im Doppelzimmer in einem Hotel in ostdeutscher Landschaft abholen oder umsonst ins Planetarium.
Die Kommentatoren auf Premiere eignen sich immer öfter seltsame Ausdrucksweisen an, oft sind dies direkte wörtliche Übertragungen englischer Redensarten, die auf Deutsch total ungebräuchlich sind und sehr seltsam wirken. Der pummelige Wolff-Christoph Fuss sagt z.B. gerne Sachen wie “noch 20 Minuten zu gehen”, wobei sich mir regelmäßig die Fußnägel aufrollen. Ich habe mir überlegt, dass ich mir dieses “to go” auch in Bezug auf verbleibende Zeit zu eigen machen werde, aber ich werde es noch richtiger verwenden und sagen: “noch 20 Minuten zum mitnehmen”.
Die Antwort ist ordentlich kontraintuitiv. Meine Vermutung wäre gewesen, dass es keiner täte. Aber! Da wusste ich auch noch nicht, dass Jiayi Shao, der bei Energie Cottbus spielt, oder auf der Bank sitzt, in China ein “Popstar” ist, weshalb Hansi Küpper eben auf Premiere mit Bestimmtheit zu sagen wusste, dass im Moment gut 100 Millionen Chinesen vor dem Fernseher sitzen und darauf hoffen, dass der gute Shao eingewechselt wird. Ein Blick auf die Weltuhr ließ mich wissen, dass die Chinesen alle schlafen oder auf irgendwas aufpassen oder was interessantes machen. Vielleicht schauen einige sogar wirklich diesen heißen Klassiker Cottbus:Hannover. Ich mache es ja auch. Aber 100 Millionen? Hansi Küpper und ich wissen beide, dass es viele Chinesen gibt, aber ich zumindest glaube nicht, dass die alle blöd sind. 3 bis 6 Nullen zu viel.
Und wieso steht es da 5 zu 1 für Cottbus? Da ist jetzt bestimmt die Hölle los in China. Nachher unbedingt mal CNN einschalten.
Ernst Jünger ist nicht nur der einzige deutsche Schriftsteller, der den Halleyschen Kometen bewußt zweimal gesehen hat. Nein, die Ernst-Jünger sind auch eine realitätsblinde Unterart der sogenannten “Arminen”, welche Ernst Middendorp für unfehlbar hält und alle Schuld bei allen anderen sieht. Diese Spezies ist glücklicherweise gerade dabei auszusterben, aber vielleicht können wir ein oder zwei der ganz hartnäckigen Exemplare im Heimattierpark Olderdissen (mehr Zoo gibt es in Bielefeld nicht) unterbringen und hübsch pflegen und uns an ihren köstlichen ewigen Apologien erfreuen. Sie sind nicht in der Lage eigenschaftsähnlichen Nachwuchs zu zeugen, was sie besonders kostbar machen wird.
BILD trifft den gefeuerten Trainer im Bielefelder Szene-Cafe „Kraume“. Auf dem Tisch brennt eine Kerze. Im Hintergrund funkelt ein Weihnachtsbaum. Middendorp trinkt Kaffee, liest gemütlich Zeitung
Die Bildzeitung kann einfach nicht anders. Sie MUSS immer nur Unsinn erzählen, Café Kraume ist nichts anderes als ein einer Konditorei angeschlossenes Café, warum sowas ein Szene-Café ist, weiß der Geier. Und warum trifft sich die Bildzeitung dort mit Ernst Middendorp? Weil er sich nicht mehr auf die Straße traut, er wohnt in dem Haus, in welchem Café Kraume ist. Deshalb.
Ich könnte Armina im Trainigslager auf Langeoog besuchen und an unserem altem Schullandheim grüßend vorbeigehen, könnte an den Ort gehen, wo mit der Givtbude die einzige Disco der Insel war und nicht sehr traurig sein, dass es sie lange schon nicht mehr gibt, könnte in der Meierei für drei Euro fünfzig Kaffee trinken, der schmeckt, als wäre er in der Mikrowelle aufgewärmt worden, könnte erstmals eine Inselacht versuchen oder auf zwei Tage aufteilen, ich bin immerhin im Urlaub.
Und ich könnte mich freuen, dass ein Mann mit Verstand, Humor und bescheidenem und freundlichem Auftreten, welcher allüberall geschätzt wird meinen Club trainiert. Mit Volker Finke geht man doch gerne in Liga Zwo.
Jetzt träume ich schon, ich sei Gordon Freeman, die alte Quasselstrippe, ich höre lieber auf mich in der fröhlichen Half-Life-Welt zu bewegen. Und so verlockend das klingt, die letzten beiden Episoden noch mal mit ultrageekigem Entwicklerkommentar durchzuspielen, so denke ich doch, dass ich das lieber lassen sollte. Vorerst.
Was sind das für Leute die das end game von Episode 2 ohne als Gott und somit unverwundbar zu spielen, schaffen? Bestimmt die Kinder derer, die früher Spiele wie R-Type oder Blood Money beherrschten, wo ich ohne zu mogeln kaum ins zweite Level gekommen bin. Ich bin schon ein miserabler Gamer, aber kein Meister ohne Übung, und ich meine, es ist kein Grund zur Panik in dem Bereich keine mad skillz zu besitzen.
War was mit Arminia? Freund Middendorp?
Ganz ruhig. Ganz ruhig.