Oktober 2007


Natürlich fürchterlich enttäuschend. Spiel über weite Strecken grausam. Böhme gehört weit weg von der Mannschaft und Tesche in die Zweite. Doch wenn aus der Kombination “Sichere Niederlage” und “Pflichtsieg” zwei Punkte geholt werden, ist das ja nur einer zu wenig, und wenn wir am 32. Spieltag 32 Punkte haben, gewinnen wir eben noch zweimal und sichern die Klasse. Kein Problem. Kinderspiel.

Die werden Middendorp nicht vor der Pause rauswerfen und auch dann nur, wenn wir weniger als 15 Punkte haben, da bin ich sicher.

Zwar zwei Tage zu spät, aber gar nicht schlimm, habe ich von der lieben Arminia eine personalisierte Geburtstagskarte bekommen, und da steht auf Heiko Westermanns Rücken mein Name und mein neues Alter. Toll! Was es alles gibt! Das allein ist ja schon den Jahresbeitrag wert. Ich bin so gerührt, die dürfen jetzt gerne noch sieben mal verlieren, um den Niederlagenserienrekord ganz alleine zu haben und setzt den Gästestehblock ruhig noch einen Meter tiefer oder dreht ihn um, was interessieren uns denn die Gäste schon, wenn wir uns haben!

Was machen die wohl, wenn man “Leutheusser-Schnarrenberger” heißt und 100 wird? Paßt doch im Leben nicht auf Heiko Westermanns zarten Rücken.

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Meine kleine Schwester hat mir “Kopfkissenspray” von Tchibo geschenkt, dieses riecht nach Lavendel, und wie ich aus anderer Quelle höre, soll Lavendel helfen besser ein- und durchzuschlafen. Dabei schlafe ich gar nicht schlecht, ich schlafe meist nur zu wenig, da ich immer zu spät ins Bett gehe. Gibt doch auch immer noch was interessantes zu tun und abends bin ich auch nie müde, was sicher noch aus meiner unaufgearbeiteten traumatischen Schulzeit herrührt, die mir beigebracht hat morgens möglichst apathisch und müde zu sein, um das geistig gesund überhaupt aushalten zu können, naja, ich schlafe die meist kurze Zeit, die ich schlafe, jedenfalls gut, weshalb ich gar nicht weiß, warum ich überhaupt so ein therapeutisches Kopfkissenspray bekomme. Und Lavendel. Das ist schon ein wenig sehr Oma, oder Laura Ashley, aber keinesfalls Rock’n'Roll und überhaupt nicht Punk. Was ich aber eigentlich sagen wollte, war, dass ich es natürlich trotzdem benutzt habe, und was passiert? Ich träume die letzten zwei Tage radikal gewaltätig, und zwar bin ich immer der Gewaltätige, manchmal kontextuell gerechtfertigt, manchmal einfach nur sadistisch. Ich wache auch nicht auf, empfinde die Träume zwar als äußerst ungewöhnlich, da ich sonst nie so träume, aber es sind auch keine Albträume, es sind dieselben bizarren Geschichten, nur dass ich zwischendurch immer mal wen, sogar Freunde, zusammenschlage oder quäle. Gefällt mir gar nicht. Das muss doch was mit dem Lavendelduft zu tun haben. Falls ich also noch Berufs- oder Kirmesboxer werden sollte, werde ich mein Kopfkissen immer schön mit Lavendel einsprühen, um meine “Grundaggressivität” zu fördern. Bis dahin lasse ich es.

Aber, aber, aber … die Fünfjahreswertung!

Was genau kümmert die Arminia eigentlich die Fünfjahreswertung? Ein frühes Ausscheiden aller nationalen Konkurrenten aus den europäischen Wettbewerben bedeutet doch nichts weiter als geringere Einnahmen eben dieser Konkurrenten. Erklär mir mal einer, warum es uns da nützen solte, wenn diese Konkurrenten kräftig dazuverdienten und was es nützen sollte ein oder zwei Startplätze in der Bundesliga für Europa mehr zu haben. Ach ja, wir träumen ja weiter, wollen da auch mal mitmachen, wenn nicht dieses, dann eben nächstes Jahr. Realistisch betrachtet werden wir da aber nicht hinkommen, und insoweit muss man sagen, dass es der Arminia die Aussicht auf den Klassenerhalt erleichtert je schlechter, weil ärmer, die Konkurrenz ist.

Europäisch bin ich sooderso ein Arsenal- und Barcelona-Snob. Da will ich mir auch mal den Erfolg und die Schönheit aussuchen dürfen.

Jon Stewart beschreibt sein Wochenende in der gestrigen “Daily Show” so:

“What did I do this weekend? I went out, took the kids out to the park for a little bit, had a nice dinner with my wife, had a lovely time and then on sunday I had my, what was it, my heart taken out of my chest, eh, and then eaten in front of me.”

Die New York Mets scheinen kein gutes Spiel gemacht zu haben, keine Ahnung was da und warum es passiert ist, Baseball, kann man sich ja nicht für interessieren, spielt aber emotional eine untergeordnete Rolle. Und die Titelseite der New York Post bringt, vorgeblich, ein Foto seiner Seele.

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I feel you, Jon Stewart, I feel you.