So 16. Sep 2007
Mir tut es schon immer ein wenig leid, wenn große Sportler jung sterben, aber ich möchte besonders im Fall von Colin McRae nicht von “vorzeitig” sprechen, denn, wie immer, sind alle Sprichwörter richtig, so stimmt “wer sich in Gefahr begibt …” eben auch hier, der ist bestimmt wie ein Berseker Hubschraubergeflogen und er hatte, so wie ich das sehe, noch Glück, dass es ihn nicht in seiner aktiven Rallyefahrerkarriere erwischt hat. Mein Mitleid mit den jungsterbenden “Adrenalinjunkies” hält sich in überschaubaren Grenzen, und ist im Falle aller, von mir aus auch mir persönlich bekannter, verunglückender Motorradfahrer nicht vorhanden, da bin ich einfach mal knallhart. Motorradfahren ist gefährlich und ich halte jeden, der es für wert hält, nur weil es “so geil” ist, sein Leben aufs Spiel zu setzen, für bescheuert. Sehe das aber als natürlich Selektion durchaus positiv. Ich mag übertrieben vorsichtig sein, bin ich gerne, ich traue auch der motorisierten Bevölkerung als Fussgänger kaum noch über den Weg, schaue bevor ich bei grün die Straße überquere noch einmal erst böse nach links dann böse nach rechts, bei grün will ich wirlich nicht überfahren werden, das fände ich gemein, nachdem ich in meiner Junged auch viele, grundsätzlich akoholinduzierte lebensgefährliche Situationen überlebt habe. Meine Lieblingsaktion, welche mich immer wieder schaudern läßt, war in einem Sommer im Teutoburger Wald in der Senne, als ich mitten in der Nacht gemeinsam mit einem Freund immer wieder auf ein “Tarzanseil”, mit welchen man wirklich sehr weit und sehr hoch schwingen konnte, gesprungen bin. Auch zu zweit gleichzeitig. Das würde man eigentlich nicht machen. Als ich mir ein paar Tage später dieses Seil bei Tag angeschaut habe, habe ich gesehen, dass es an dem Hang über dem es hing gut und gerne 200 Meter sehr steil bergab ging, was mir überhaupt nich bewußt war, denn wir kamen von oben an das Seil. Ich frage mich auch, wer solche Seile an öffentlich zugänglichen Orten aufhängt. Was sagt man auf einer Doppelbeerdigung zweier junger Männer, die besoffen im Wald von einem Seil gefallen sind?

September 16th, 2007 um 17:12
Zum Beispiel:
Liebe Gemeinde, wir sind heute hier zusammengekommen, um Abschied zu nehmen, die ihr Leben schwungvoll und beschwingt, aber leider viel zu kurz genossen haben….???
Ich persönlich finde den Spruch: Selbst schuld! absolut zum Weglaufen, auch wenn es natürlich Situationen und Geschehnisse gibt, die mehr Eigenverantwortung in sich haben als andere.
Aber wie man schon an Deinem Bsp. gut erkennen konnte: es waren ja die “Anderen”, die (wie kann man nur???) so ein Seil haben hängen lassen!
Schönen Tag!
Irmala
September 16th, 2007 um 17:26
Vor allem ist es zum Weglaufen, wenn man weiß, dass McRae ein sehr vorsichtiger Pilot war. Pfui.
September 16th, 2007 um 17:56
…und er vermutlich an diesem Tag schon gar nicht nicht wie ein Berserker geflogen ist, weil sein 5-jähriger Sohn mit im Hubschrauber saß…
September 16th, 2007 um 18:38
Aber ein vorsichtiger Rallyefahrer war er in jedem Fall nicht. Ich habe keine Ahnung, wie McRae geflogen ist, aber mein Vater ist mit mir als Beifahrer nicht besonders vorsichtig Auto gefahrern, und der war sonst kein Draufgänger, ein gewöhnlicher Spinner eben. Mir geht es auch gar nicht um Colin McRae, ich bin nur der Meinung, dass man nicht allzu traurig sein sollte und mit dem Schicksal hadern muss, kann man gerne, bei mir darf jeder machen was er will, nur von mir gibt es eben kein “Warum nur? Warum gerade er?” Wenn ein Bekannter auf regennasser Fahrbahn mit dem Motorrad in den Gegenverkehr rutscht.
Und das man so ein Seil da wirklich nicht hinhängen sollte, hat doch damit nichts zu tun, dass ich trotzdem selber dafür verantwortlich bin, wenn ich eben dieses benutze und mich dabei verletze.
Nichts für ungut, ich kannte Colin McRae ja überhaupt nicht persönlich, aber mir geht es generell um Risikobereitschaft und wie scheißblöd ich den leichtsinnigen Umgang mit eben dieser mittlerweile finde.
September 16th, 2007 um 18:47
Wenn sich noch mehr Leute auf den Schlips getreten fühlen möchten, gerne noch ein paar Namen von Motorsportlern, die mir auch nicht leid tun:
Ayrton Senna
Stefan Bellof
Gilles Villeneuve
und alle anderen auch
Ich war früher großer Fan dieser bescheuerten Sportarten, habe mich aber auch damals nicht an dem Pathos beteiligt, welches die Erinnerung an Fahrer wie gerade Gilles villeuve oder Ayrton Senna begleitet hat. Heute finde ich es lächerlich.