Di 24. Jul 2007
Ich war am Wochenende auf einer sehr sehr schönen Hochzeit in Berlin. Während der standesamtlich Prozedur brandete, abzüglich der Beifallsbekundungen für zwei musizierende Damen, wenn ich mich recht erinnere, bestimmt dreimal ekstatisch euphorisierter Applaus auf. Dreimal. Ich führte das auf die Lebensfreude und Begeisterungsfähigkeit der zahlreich anwesenden jungen Künstler und sonstiger Kreativer zurück, doch gefehlt, die Stadt ist es, denn eben lese ich diesen kleinen kulturgeschichtlichen Atikel über den Applaus im Tagesspiegel und siehe, Berlin wird vom Autor, der sicher auf der ganzen Welt Applaus erforscht hat, als die Welthauptstadt des Klatschens empfunden. Dass es Bielefeld nicht ist, hätte ich auch gewußt, wir sind da nicht so, nehmen uns zu jedem Klatschanlass das richtige Klatschmaß vor, klatschen genauso oft und laut wie nötig mit der genau richtigen Frequenz. Jedes einzelne Klatschgeräusch gleich in Lautstärke und Ton. Abrubt wird fallengelassen und zufrieden stellt man fest, dass man ja bloß nicht fanatisch werden wollte und es auch nicht geworden ist. Herzlichen Dank. Nächstes Stück, bitte. So mache ich das zumindest. Naja. In Leverkusen habe ich mir auch die Hände wundgeklatscht. Fürn Ernst. Für Arminia. Für mich.
Und bei einer so schönen Hochzeit. Da darf man ja auch mal euphorisiert sein.
