Was sollen die denn sagen, wenn Heino jetzt auf die Barrikaden steigt, weil eine Blasmusikschau aus dem Programm fällt? Soweit ich weiß, hatten die noch nie eine Sendung im ö/r-Rundfunk mit Musik, die Ihnen gefällt, und schon gar nicht zur besten Sendezeit. Der einzige Grund, dass bisher keiner gegen volkstümliche Musik im Fernsehen auf die Straße ging, ist, ach, dass es so egal ist, was im Fernsehen läuft, es wird niemals gut werden. Für mich hat der Tag eindeutig zuwenig Studen, für Fernsehprogrammmacher dürfte er 20 zuviel haben, um es halbwegs anständig hinbekommen zu können.
Früher, da war das Fernsehprogramm auch schrecklich, aber als Kind in den Ferien wurde man wenigstens, wenn man seine Verwandten auf dem Land besucht hat, und das einzige Kind dort war, zur Mittagsstunde nicht so schrill in frühen Wahnsinn gestürzt, wie heute, sondern man schaute sich, jeden Mittag, die meditative zweistündige Zweikanaltonwerbesendung an, nachdem die drei Stunden Widerholung am Morgen, die Rund- und Presseschau durch waren. Das waren vielleicht 20 Minuten, die sich ständig wiederholten, da spieleten zum Beispiel 2 Leute Tischtennis, und man konnte sich an der Mono-Glotze richtig vorstellen, wie super das wohl in Stereo klingen musste. Das wollte ich vor meinem Tod noch erleben: Tischtennis in Stereo. Manchmal habe ich aber auch nur auf dem Dritten das Testbild gesehen. Das war echtes Mitmach- und Phantasieförderfernsehen, wenn man die Augen zusammenkniff und den Kopf bewegte, konnte man die tollsten Sachen sehen, und wenn man um den Fernseher rumlief schien sich der konstante Pfeifton zu verändern, so wurden der Doppler-Effekt und ich miteinander bekannt.
Ich hoffe nur, dass meine Eltern die 2 Wochen im Jahr, in denen ich abgeschoben wurde, vernünftiger genutzt haben.