Juli 2007
Monatsarchiv
Fr 6. Jul 2007
Stefan Klein äußert heute in der FAZ Bedenken, dass sich, je mehr die Wissenschaft, und gemeint ist hier vorrangig die Naturwissenschaft, in ihrer lingua franca, dem Englischen, stattfindet, die Kommunikation mit dem Rest der Bevölkerung über das, was da überhaupt geschieht, mehr und mehr verliert. Besonders, so meint er, wenn die Wissenschaft irgendwann nicht mal mehr muttersprachliche Fachtermini entwickelt.
“… wie wollen sie Verständnis in einer Gesellschaft finden, mit der sie nicht einmal mehr die Sprache verbindet? Und werden wir bald auf Deutsch überhaupt nicht mehr über neue Forschungsergebnisse sprechen können, weil uns die Worte fehlen? Die Gesellschaft droht sich zu spalten zwischen den Nutzern einer Elitesprache und all den anderen, an denen die aktuellen Entwicklungen vorübergehen. Ob Deutsch eine Wissenschaftssprache bleibt oder nicht, ist darum keine Frage des Nationalstolzes. Es geht um viel mehr: um die Demokratie.”
Ich habe da deutlich weniger Bedenken, denn mehr als wirtschaftliches Handeln gewinnmaximierend orientiert ist, viel mehr, ist die Wissenschaft, oder sollte es zumindest sein, fortschrittsorientiert, und, das ist keine originelle Erkenntnis, auf je mehr Wissen man zurückgreifen kann, je mehr man mit Wissenschaftskollegen aus aller Welt in Kontakt treten und Austausch treiben kann, ganz einfach, desto besser für die Wissenschaft. Weshalb überhaupt kein Weg an einer Vereinheitlichung vorbeiführt, die längst stattgefunden hat, und diese Einheit bringt das Englische. Und als Deutscher Muttersprachler sollte man sich nicht beschweren, es gibt für uns wirklich schwerer zu lernende Sprache. So ziemlich alle, um genau zu sein.
Ich, vor allem ich als kein Naturwissenschaftler, bin auch der Meinung, dass eine rege Kommunikation aus den Laboren mit der Nicht-Fach-Öffentlichkeit stattfinden sollte, über das, was da überhaupt geschieht. Aber das kann und sollte nie auf fachlich höchstem, sondern immer nur auf allgemeinem, freilich unverfälschendem, ergebniserklärendem Niveau stattfinden.
Ich denke man wird, sofern man überhaupt die Gabe besitzt komplizierte Sachzusammenhänge der Allgemeinheit verständlich zu machen, auch wenn diese in Fachkreisen ausschließlich auf Englisch diskutiert werden, keine Schwierigkeiten haben eben dies zu tun.
Wir brauchen mehr Erkläronkel. Ranga allein reicht nicht.
Do 5. Jul 2007
Langsam reicht es. Mit dem Wetter. Habe zwei Methoden der sicheren Aufheiterung. Zum einen noch mal dies hier hören.,
Und wenn das nicht wirkt, dann eben Bilder von Hundewelpen.

Eine ganz sichere Sache ist auch Flo HvDs Artikel aus der FAZ von vorgestern zu lesen und sich an seinem eigenen geisteigen Wohlergehen zu laben. Ja, Flo. Ich finde verbieten auch einfach so geil, dass ich mir eben ganz keck verboten habe noch einen von Donnersmarck’schen Film zu sehen. Was ich aber vermutlich so oder so nicht gemacht hätte.
[Tom Cruise wird] sein Superstar-Licht auf diesen seltenen glanzvollen Moment im düstersten Kapitel unserer Geschichte werfen. Er wird dadurch allein das Ansehen Deutschlands mehr befördern, als es zehn Fußball-Weltmeisterschaften hätten tun können.
Mi 4. Jul 2007
Nachdem ich schon aus mehreren Mündern gehört habe, dass die neue britische Terrorwelle ganz bestimmt ein sogenannter “inside job” war, also von Staatsseite aus geplant wurde und immer noch wird, denn wer weiß, was wohl alles noch kommt, geriet ich in ein minutenlanges Nachgrübelen über das cui bono dieser Anschläge und der Panikmache vor vielen weiteren. Das eindeutige Ergebnis meiner Überlegungen ist so einleuchtend, dass man es gar nicht faktenbasiert beweisen braucht, so einleuchtend ist das.
Es muss der Geheimdienst des Britsichen Mieterbundes gewesen sein. Die Mieten in London sind eine solche Frechheit, dass man gezwungen ist zu radikalen Mitteln zu greifen, denn je unattraktiver die Aussicht in einem Klima der Angst zu leben ist, desto mehr werden ja wohl wegziehen wollen, was zwangsläufig die Mieten sinken lassen wird. Q.E.D.
Di 3. Jul 2007
Meine Meinung dazu, warum jemand Ahnenforschung betreibt, ist, dass er zum einem im Ruhestand, denn nur Menschen im Ruhestand betreiben Ahnenforschung, zu viel Zeit hat, und dass er zweitens Zeit seines Lebens nach eigenem Empfinden nichts ausreichend Bedeutendes geschafft hat, weshalb er nach bedeutenden Anverwandten sucht.
Ein mir verwandter, vom “Sachverständigen für Rasseforschung beim Reichsministerium des Inneren” anerkannter Sippenforscher (oje), ein Berthold Sutter, hat 1934 schon meine, ziemlich entfernt verwandten, Berühmtheiten rausgekramt. Keine schlechte Liste: Schiller, Mörike, Uhland, Hauff,Schelling und Bassermann. Die im übrigen untereinander nicht verwandt sind.
Das Bindeglied ist immer meine Ur-Ur-Ur-Großmutter, Frau Elisabeth Luise Ploucquet, die mit Johann Wilhelm Stern verheiratet war.
Hier ein PDF-File dieser Schrift.
“Aus den nur scheinbar toten Namen und Zahlen müssen sich Erkenntnisse aus dem Gebiet der Erbgesundheitslehre formen und muß die Gewißheit erwachsen, daß nur die Reinhaltung unserer germanischen Rasse den Fortbestand unserer Familien verbürgt.
Whatever you say, Berthold. Whatever.
Di 3. Jul 2007
Von
Malte um 12:30 in
Musik
1 Kommentar
Wird man mit dem Alter nicht milder?
Ich nicht! Bei uns wird sich schon oft echauffiert.
Sehr lesenswertes Interview mit Dirk von Lowtzow.
Mo 2. Jul 2007
Von
Malte um 13:47 in
TV
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Ist die lustigste Show … in the whole wide room. Großartige Songs.
“New Zealand’s fourth most popular folk-parody duo”
Es gibt eine 6-teilige Radioshow der BBC und eine Dokumentation Flight of the Conchords: A Texan Odyssey. Bei mininova.org kann man das finden.
Videos online bei HBO. Angeblich. Ich bekomme die nicht zum laufen, vielleicht als Terrorschutzmaßnahme nicht von außerhalb der USA zu betrachten.
Mo 2. Jul 2007
Manchmal glaube ich, dass sich die bösen, mir schaden wollenden Kräfte, hier absprechen, um bloß nie gleichzeitig in meiner Nähe zu bauen, es könnte ja Leerlauf geben und ich ohne Baulärm auch mal bis neun bei offenem Fenster durchschlafen. Denn nach meinem Empfinden wird hier immer gebaut. Schön für die Bauindustrie, schlecht für mich. Obwohl selbst letzten Samstag, wie ich das in Erinnerung habe, die Kreissäge um halb sieben angemacht wurde und ich bestimmt eine halbe Stunde zu müde war das Fenster zuzumachen und der Lärm zu groß war um zu schlafen, ging ich gestern, weil es so warm war, trotzdem mit Frischluft zu Bett, in vollem Bewußtsein dann eben zwischendurch schlecht gelaunt aufstehen zu müssen, doch siehe, kein Lärm heute und ich ausgeschlafen! Danke liebe Bauindustrie!
Man könnte mir ja auch empfehlen mit Ohropax im Ohr zu schlafen, dann würde ich aber erwidern, dass ich das nicht könnte, denn die kleinen Konusse verliere ich nachts oder ziehe sie unbewußt raus, keine Ahnung, morgens sind sie jedenfalls nicht mehr im Ohr und zwecklos.
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