Juni 2007


12 Jahre ist es her, dass ich mir das letzte mal ein Buch über “das Internet” gekauft habe, darüber was das eigentlich ist, “dieses Internet”, ein schrecklich langweiliges Buch, aus dem ich darüberhinaus so gut wie nichts neues gelernt habe.

Der supersympathische Mark Frauenfelder, Mitbegründer von Boing Boing und allem möglichen anderen Quatsch, hat jetzt mit Rule the Web ein Internetusergrundlagenbuch für unsere Zeit veröffentlicht, in welchem auch sehr viel steht, was ich schon weiß. Trotzdem habe ich bisher bis Seite 100 alles gelesen, auch wenn es um Sachen ging, die mir wirklich klar sind, so nett ist das Buch. Die beste Sache, von der ich bisher neu erfahren habe, ist Google Browser Sync. Eine Firefoxerweiterung, die es ermöglicht seine Browsereinstellungen, inklusive Lesezeichen und vor allem offener Tabs, übers Internet auf mehreren Computern zu synchronisiern. Genau sowas hat mir noch gefehlt! Denn es kann schon mal passieren, dass ich zuhause mehr als 30 Tabs geöffnet habe, die ich noch lesen möchte und dann zur Arbeit muss, wohin ich den Laptop mitnehme, es war bisher nie eine Alternative, dieselben Tabs noch mal zu öffnen oder dies auch nur zu versuchen oder Lesezeichenordner anzulegen oder sonstige umständlichen Umwege, also konnte ich spätestens wieder zu Hause die Tabs anschauen. Bis jetzt! Fabelhaft.

Warum sagt das Apple-Marketing eigentlich immer nur “iPhone” statt “the iPhone”? Soll das persönlicher klingen? Soll das Ding personifiziert werden?
“Say hello to iPhone!”
Ich finde es klingt nach russischem Akzent.

Warum ist das eine Eilmeldung, dass die Arbeitslosenquote deutlicher sinkt als erwartet? Besteht da dringender Handlungsbedarf? Sollen wir uns erschrecken? Oder ist der Spiegel-Online-Reporter der Einzige, der ein Telefon hat, während die anderen erst im Telegraphenamt Schlange stehen müssen? Hat SpOn da einen Superscoop an der Leine?

Im gestrigen Colbert Report wies Dr. Stephen darauf hin, dass die Esa Freiwilige sucht, die für eine simulierte Mars-Mission bereit sind 520 Tage in extremer Isolation zu verbringen. Mein erster Gedanke war: “Das macht doch keiner”, eine Sekunde später habe ich überlegt, was man mir bieten müßte, damit ich das mache. Was wäre das?
Zunächst mal meine kurz zuvor aufgenommenen inkomensurablen Schulden zu tilgen. Ich wäre nicht abgeneigt, wenn die Begleitung stimmt: 4 anspruchlose Supermodels, 2 unkomplizierte Spaßmacher und ein guter Koch. Ein Riesenfernseher und alle Filme und Serien, die wo gut sind. Um im simulierten Raumschiff nicht allzu viel Platz zu verschwenden, bin ich bereit Schriftgut auf einem E-Ink-Reader zu lesen, mit natürlich allem drauf. Spielekonsolen, Karaoke-Maschine und klar: Bier. Ein Superbookdeal inklusive Ghostwriter muss auch sein, für eine sorglose Zukunft. Ich setze ja immerhin meine geistige Gesundheit aufs Spiel.

Sign me up!

In echt werden 12 Personen dabei sein, es gibt Astronautennahrung und 120 Euro am Tag. Ich vermute mein Initialgedanke liegt nah an der Wahrheit.

Was mir immer wieder auffällt, ist, dass man in Gesprächen besser keine Geschichten, die man bei Spiegel-Online gelesen hat, als etwas erzählt, von dem man meint, der Gesprächspartner hätte das bestimmt noch nicht gehört, denn immer ist die Antwort: “Das hast du bei Spiegel Online gelesen”, und immer stimmt es.
Schrecklich, Spiegel Online hat ein Quasinachrichtenmonopol. Obwohl man sich auch noch schlimmeres vorstellen könnte, aber nur noch ein wenig. Was nützt mir Wissen, wenn der andere das auch weiß? Ist doch peinlich und total unelitär. Vielleicht sollte ich mir den Christian Science Monitor als Startseite einrichten, einfach nur weil die so einen hübschen Namen haben und sicher auch ganz freundlich sind, steht nur nix über Arminia drin.

Manche Spam-Mails verfolgen eine seltsame Strategie, oder haben evtl. gar keine. Seit einiger Zeit wird ja immer häufiger versucht die Betreffzeile möglichst spamfremd erscheinen zu lassen, sei es durch pseudo-persönliche Anreden, oder als Nachrichtenstory getarnt, nur finde ich, sie sollten, wenn sie so etwas tun, vielleicht ab und an ihre Betreffzeilendatenbank auf Aktualität hin prüfen, denn was soll ich davon halten, wenn ich lese:

“Steve Irwin aka ‘Crocodile Hunter’ is Killed”?

Das wußte ich erstens schon und zweitens schon lange. Und wieso meinen die, dass ich, nachdem ich so eine Überschrift lese, erfreut sein müßte deren wahnsinniges Angebot wahrnehmen zu können? Denn die erste Zeile der Mail ist:

We are delighted to offer you a great deal!

Da hat ja wohl jemand keinen Respekt vor toten australischen Kaspern.

Seit Wochen habe ich in meinem Balkon, einer Metallwanne, auf welcher Bretter liegen, ganz kleine, superschnelle Mäuse. Ich weiß gar nicht wie viele, denn ich bringe es nicht fertig diese zu ermorden, weshalb ich bisher mit einer Lebendfalle sicher schon 10 Stück gefangen und wieder ausgesetzt habe. Wie viele verschiedene das waren, kann ich nicht sagen, ich denke deutlich weniger als diese 10, denn aus reiner Faulheit war der Aussetzpunkt nie sehr weit weg, und die sehen sich schon alle sehr ähnlich.
Ich hätte gar nichts gegen Mäuse auf dem Balkon, würde sie sogar niedlich finden, wenn die nicht immer in die Wohnung kommen würden, aber wie bringe ich denen das bei?
Die Balkonwanne hat ein Regenabflussrohr, sollte ich einen Gartenschlauch in selbiges stecken und der jungen Mäuseschar eine Sintflut als Gründungsmythos bescheren, der Tausende Jahre bestand hat? Aber was, wenn es dort gerade neue Mäuse hat? Man hört ja, dass die Nager da nicht lange rumüberlegen, ob sie sich Kinder leisten können oder wollen. Und Kindermörder ist eine von den Sachen, die ich ungern sein möchte. Was tun? Weiter den ewigen Kreislauf der Lebendfalle? Das ist bei den Mäusen sicher schon eine Kirmesattraktion, von mir durch die Gegend getragen zu werden und dabei auch noch Schokolade futtern zu dürfen.

Hier mal ein Video, wie es bald aussehen wird:

Die neuen Trikots haben ein großes Weißes Kreuz auf blauem Grund. Warum? Keine Ahnung. Sieht das denn gut aus? Überhaupt nicht.
Man muss nicht immer alles verändern. Die alte Grundgestaltung mit dem weißen Brustring auf dunkelblauem Grund und der schwarzen Buchse sahen einfach gut aus, der weiße Ring war schon beinahe ein Markenzeichen, so wie der rote bei Stuttgart, aber nein, nur Veränderung ist gut.
Ich weiß ja auch, dass es an das Nostalgietrikot erinnern soll, jedoch nur die weiße Variante läßt dies erkennen, und auch da ist der unterbrochene Längsstreifen nicht ideal, aber auf den blauen ist ein Kreuz, welches sich nicht wegleugnen läßt.

Und in der Straßenbahn werde ich auch ganz mitleidig betrachtet, aber nach Get behind me Satan hatte ich eigentlich nicht damit gerechnet, dass Icky Thump so dreckig gut wird, weshalb ich auch nicht sofort nach Erscheinen draufgestürzt bin. Und nun das: volle Lautstärke, immer wieder.
Andere gute Platten in letzter Zeit? Keine Ahnung oder keine.

Lese jedenfalls bisher nichts von dieser unheimlichen Zuma-Geschichte in der deutschen Presse, oder habe ich was nicht mitbekommen?

Bafana Bafana super striker Sibusiso Zuma believes he is the victim of his own fame after being involved in an alleged shooting incident with a group of fans last week.

Hier die ganze Geschichte.

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