Man darf ja gegen Regionen und Städte, Menschen und Völker, die man nicht kennt, gerne Ressentiments haben und hegen, allein deshalb, weil es sich nicht verhindern läßt und was soll ich mich hier aufregen?

Aber warum schreibt Alexander Cammann in seinem Bericht in der taz über die Weimarer Tagung “Was war Bielefeld?”, in der es um die theoriefreudige Bielefelder Universität vergangener Tage ging, von “ostwestfälische Steppe”? Nur um nicht, wie alle anderern, immer, “ostwestfälische Provinz” schreiben zu müssen? Kann man nicht einfach “in Ostwestfalen” schreiben? Warum ist es allen überregionalen Berichterstattern eigentlich so wichtig mitzuteilen, dass Bielefeld eine Provinzstadt und Ostwestfalen Provinz an sich ist?

Aber Steppe? Wikipedia definiert Steppe so:

Allgemein ist Steppe (russisch: степь , ukrainisch: степ) eine baumlose Graslandschaft, die sich als Vegetationszone zwischen bestimmten Breitenkreisen auf beiden Erdhalbkugeln findet.

Im engeren Sinne ist eine Steppe eine aride, baumlose Graslandschaft der gemäßigten und subtropischen Zonen, deren Pflanzenbewuchs durch Wassermangel bzw. Winterkälte begrenzt ist. Der Wassermangel wie die Kälte wird in Eurasien in der Regel durch die Kontinentalität verursacht – Steppen finden sich insbesondere im Inneren des eurasischen Kontinents in großer Entfernung der Ozeane, wodurch die Jahresniederschlagsmenge stark eingeschränkt ist. Durch die jahreszeitliche Verteilung der Niederschläge ist die Vegetationszeit meist durch Sommertrockenheit und Winterkälte unterbrochen. Dadurch entstehen Vegetationsphasen im Frühjahr und im Herbst. Die Steppen der subtropischen Zone sind savannenartige Baum-Gras-Landschaften, da hier die Winterkälte fehlt, die zum Ausfrieren der Gehölze führt.

Das trifft nun wirklich geographisch und klimatisch de facto nicht zu, und wenn es ein Seitenhieb auf die geistige Armut der Region ist, würde mich auch interessieren, warum das so sein sollte.